Rohstoffriese BHP Billiton Minenkonzern BHP mit Rekordverlust, Aktie auf 10-Monats-Hoch

Eisenerzabbau von BHP Billiton: Hohe Abschreibungen auf das Fracking-Geschäft in den USA sorgen für einen Rekordverlust. Anleger steigen trotzdem ein

Eisenerzabbau von BHP Billiton: Hohe Abschreibungen auf das Fracking-Geschäft in den USA sorgen für einen Rekordverlust. Anleger steigen trotzdem ein

Foto: REUTERS / BHP Billiton

Aktionäre haben sich am Dienstag trotz eines Rekordverlusts von 6,4 Milliarden Dollar mit Papieren von BHP Billiton eingedeckt. Die Titel des weltgrößten Bergbaukonzerns legten an der Londoner Börse um bis zu 4,3 Prozent auf ein 10-Monats-Hoch von 1087 Pence zu und gehörten damit zu den Top-Gewinnern im britischen Leitindex FTSE 100 .

Zu Buche schlugen vor allem Abschreibungen auf das Schiefergas-Geschäft (Fracking) in den USA. Analysten hatten aber mit einem noch größeren Verlust gerechnet. "Der Verlust hört sich dramatisch an, aber grundsätzlich läuft das Geschäft gut", schrieben Analysten der Investmentbank Jefferies in einem Kommentar zur Aktie.

Ebenfalls im Rampenlicht stand der kleinere BHP-Rivale Antofagasta. Die in London gelisteten Aktien des chilenischen Rohstoffkonzerns gewannen 7 Prozent auf 550 Pence, nachdem Antofagasta einen um 2,3 Prozent höheren Halbjahres-Betriebsgewinn (Ebitda) von 572 Millionen Dollar verkündet hatte.

BHP Billiton will zudem erstmals seit einem Jahr wieder eine Zwischendividende ausschütten. "Das Ebitda überraschte positiv", schrieben Analysten von Bernstein.

Umweltkatastrophe in Brasilien

Dabei hatte der weltgrößte Bergbaukonzern ein desaströses Geschäftsjahr mit einem riesigen Verlust abgeschlossen. Neben dem Einbruch der Rohstoffpreise führten auch hohe Rückstellungen für eine Umweltkatastrophe in Brasilien zu einem Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar, wie das britisch-australische Unternehmen am Dienstag mitteilte. Es war das erste Minus seit der Entstehung von BHP vor 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte der Konzern noch 1,9 Milliarden Dollar verdient.

Grund für den neuen Optimismus der Aktionäre sind wieder gestiegene Rohstoffpreise. Das liegt vor allem an den aufgehellten Wirtschaftsaussichten in China. BHP-Chef Andrew Mackenzie ist aber vorsichtig. Er erwarte, dass die Preise kurz- und mittelfristig niedrig und schwankungsanfällig bleiben, sagte der Manager. "Langfristig sind wir allerdings zuversichtlich für unsere Rohstoffe, vor allem für Öl und Kupfer." Aktuell versucht der Konzern, mit harten Einsparungen gegenzusteuern. So werden etwa Investitionen in neue Projekte verschoben.

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