Nintendo/Sega Gerüchte dementiert

Primus Sony kann aufatmen: Seine Konkurrenten auf dem Spielekonsolen-Markt tun sich nicht zusammen.

Tokio - Nintendo hat am Mittwoch einen Zeitungsbericht dementiert, wonach das Unternehmen angeblich Gespräche über eine Übernahme des Konkurrenten Sega für zwei Milliarden Dollar führt. Auch Sega bezeichnete den Bericht der "New York Times" am selben Tag als falsch.

In Reaktion auf den Bericht schoss der Kurs der Sega-Aktie an der Tokioter Börse auf das Tageslimit, bevor der Titel dann aus dem Handel genommen wurde. Zuvor war die Aktie um massive 10,5 Prozent auf 1054 Yen gestiegen. Auch die Aktien der Sega angeschlossenen CSK Corp verzeichneten ein Gewinnlimit von 200 Yen auf 1661 Yen.

Die "New York Times" hatte sich in ihrem Bericht auf beteiligte Kreise berufen.

Sorgen bei Sega

Nintendo produziert die Game Boy-Spielekonsole, Sega die Dreamcast-Konsole. Marktführer im Segment der Spielekonsolen ist Sony mit seinen Modellen Playstation und Playstation 2.

Sega geht es nicht gut. Seine Dreamcast-Konsole setzte sich nicht durch. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Verlust von rund 370 Millionen Mark angekündigt. Gewinne werden Sega erst im Jahre 2002 erwartet. Sega will nun auch für andere Konsolen Spiele entwickeln, was nicht ohne Risiko ist. Denn die eigene Konsole kann dadurch überflüssig werden.

Auch Nintendo hat gegen Sony bisher kaum eine Chance. Die "Nintendo 64"-Konsole konnte sich nicht gegen die Playstation behaupten, der neue "Gamecube" kommt erst im nächsten Jahr auf den Markt. So ging der Gesamtumsatz im vergangenen Geschäftsjahr um sieben Prozent zurück.

Nintendos Trumpf ist Pokemon

Nintendo konzentriert sich mit Erfolg auf den Markt der Kinder und Jugendlichen. Ende November meldeten die Japaner einen Anstieg ihrer Gewinne von April bis September um mehr als 150 Prozent.

Maßgeblichen Anteil haben kleine Monster: In den USA führen die "Pokemon" seit Monaten die Verkaufshitlisten an. Nintendo erwartet, dass die Begeisterung der Kids für die kleinen Monster allein in den USA in diesem Jahr mehr als drei Milliarden Dollar einbringt.