Mittwoch, 19. Februar 2020

CEO of the Future Miserable Noten für Top-Manager

Deutschlands Führungsnachwuchs hat ein miserables Bild von den heutigen Chefs. Sie sind zu konservativ, kommunizieren zu wenig und können nicht motivieren.

Hamburg - Das sind überraschende Ergebnisse der Studie "Führungsqualitäten der Zukunft", die das manager magazin begleitend zum Strategie-Wettbewerb "CEO of the Future" durchgeführt hat.

Im Mittelpunkt der Befragung stand die Frage, welche Eigenschaften junge Leute, Studierende der Wirtschaftswissenschaften und Young Professionals, den heutigen Spitzenmanagern im Vergleich zu den Chefs von morgen zuschreiben. Außerdem wurde gefragt, wie sich der Führungsnachwuchs selber sieht und wie er seine Altersgenossen einschätzt.

Kaum verhohlene Zweifel an heutigen Chefs

Als zu konservativ, so bewertet der Nachwuchs die Führungskräfte von heute. An positiven Eigenschaften werden analytisches Verhalten und organisiertes Arbeiten vermerkt, Belastbarkeit, eine gewisse Intelligenz und Energie.

Der kaum verhohlene Zweifel an den Führungskräften von heute verstärkt sich aber im Vergleich mit dem Bild des CEO der Zukunft. Positive Eigenschaften wie kommunikative Kompetenz, Lernbereitschaft oder visionäre Kraft werden den amtierenden Managern durchweg in weit geringerem Maße zugeschrieben als dem Idealbild.

Führungsnachwuchs gibt sich selbstbewusst

Das Ergebnis spitzt sich zu, wenn man fragt, wo sich die jungen Leute auf der Skala der 33 Eigenschaften selber sehen: Sie schreiben sich in kaum geringerem Maße die Eigenschaften zu, die sie der Idealgestalt des CEO of the Future attestieren. Mit anderen Worten: Sie halten sich in vielen Aspekten für zukunftstauglicher als die heutigen Manager.

Fragt man sie nach ihren beruflichen Ideen, dann werden die Visionen etwas alltäglicher: Die meisten Befragten streben leitende Managementpositionen an, kaum einer sieht sich als Lenker eines Weltkonzerns. Die Faszination der Selbstständigkeit, über die in den letzten Jahren so viel geschrieben wurde, ist verblasst. Da erscheinen die Unternehmensberatungen weiterhin als attraktivste Arbeitgeber. Das Karriereziel markieren sie indes nicht.

Karriere erst an zweiter Stelle

Zu diesem leicht verhaltenen Bild der Karrierevorstellungen passen die persönlichen Zukunftsvisionen. Was möchten junge Leute in zwanzig Jahren persönlich erreicht haben? Eine Antwort ist charakteristisch: "Eine Frau, zwei Kinder, drei gute Freunde." Das heißt: Private Ziele stehen an erster Stelle. Mehr als zwei Drittel der Befragten geben an, dass sie ein erfülltes Privatleben ansteuern. Karriere steht erst an zweiter Stelle.

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