Walter-Bau Diwydag verschwindet in der Gruppe - Neuer Bau-Riese

Die Augsburger schlucken jetzt auch ihre Tochter Dywidag. Zuvor war bereits die Tochter Heilit+Wörner in der Bau-Gruppe des Unternehmers Ignaz Walter aufgegangen. Dywidag rechnet dieses Jahr nicht mit einem Gewinn.

Augsburg - Die Dyckerhoff & Widmann AG (Dywidag) und Walter Bau gehören zur Gruppe des Augsburger Bauunternehmers Ignaz Walter.

Als Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie weiss Walter, in welchem mageren Umfeld er sich bewegt: Die Branchenlage in Deutschland sei "trostlos".

Da macht auch die Walter-Bau-Tochter Dywidag keine Ausnahme. Der Baukonzern erzielte im vergangenen Jahr bei einer Gesamtleistung von gut vier Milliarden Mark rund 13 Millionen Mark Gewinn. In diesem Jahr sieht es schlechter aus.

Hatte der Vorstand im April noch ein Ergebnis auf Höhe des Gewinns von 1998 erwartet, reduzierte er die Prognose im Juni auf das niedrigere Gewinnniveau von 1999. Nach den letzten Zahlen wird nicht einmal dieses erreicht.

Schlimmer noch: In einer ebenfalls heute veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilung mit den Zehn-Monats-Zahlen berichtet der Konzern von einem deutlich schwächerem Inlandsgeschäft.

Das und die schleppende Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber führen voraussichtlich zu einem Verlust: "Wir erwarten in der Gewinn und Verlustrechnung einen Fehlbetrag beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in einer Größenordnung von 25 bis 30 Millionen Euro".

Nun geht auch diese Tochter in der Walter-Bau-Gruppe auf. Hier waren in diesem Jahr schon die Konzerne Walter Bau AG und Heilit + Woerner fusioniert und dadurch zur viertgrößten deutschen Bauaktiengesellschaft aufgerückt.

Von den ursprünglich vier Gesellschaften in der Gruppe ist damit nur noch Züblin selbständig. Walter-Bau kommt auf einen Jahresumsatz von mehr als sechs Milliarden Mark und beschäftigt weltweit rund 20 000 Mitarbeiter.

"Temperaturen runter, Kurse runter"

Auch an der Börse sind die Bau-Aktien kein interessantes Geschäft. Fast schon traditionell notieren die Papiere im Winter im Tief. Schwerer noch wiegt die Serie der Gewinnwarnungen. Zuletzt machte Hochtief auf den schlechten Verlauf des Inlandsgeschäfts aufmerksam.

Hinzu kommt, dass Walter-Bau, Dywidag und der Konkurrent Strabag weder im SMax noch im MDax gelistet sind und daher auch von Fondsmanagern links liegen gelassen werden. Von den Firmen sind zuwenige Papiere im Umlauf, die Umsätze sind daher zu gering, um eine Aufnahme in die Indizes zu rechtfertigen.

Rund drei Viertel der Stammaktien liegen direkt und indirekt bei der Holding, kleinere Pakete bei Banken.

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