Xerox Börse rechnet mit Pleite - Kassenlage angespannt

Die US-Industrie-Ikone steht vor der Pleite. Die Börse spekuliert darauf, dass die leeren Kassen den Konzern geradewegs zum Konkurs-Richter treiben. Der Kurs fällt um 24 Prozent.

Stamford, CO - Mit dem niedrigsten Aktienkurs seit August 1982 reagiert die Börse in New York auf Gerüchte, dass der US-Konzern mit einem Liquiditäts-Engpass möglicherweise geradewegs in die Pleite steuert.

Am Spätnachmittag waren Xerox-Papiere für rund 4,75 Dollar zu haben - 79 Prozent unter dem Jahreshoch. Das Unternehmen hat in diesem Jahr rund 12,8 Milliarden Dollar Börsenwert verloren.

Xerox kann sich aktuell nicht finanzieren. Das Unternehmen hat im Oktober bereits drei Viertel eines zuletzt eingeräumten Kredits von sieben Milliarden Dollar verbraucht, um auch nur das laufende Geschäft aufrecht zu erhalten.

Im kommenden Jahr will Xerox rund vier Milliarden Dollar durch den Verkauf von Unternehmensteilen einnehmen. Eine weitere Milliarde soll durch Kosteneinsparungen erwirtschaftet werden. Die offene Frage ist, ob Xerox zu diesen Maßnahmen noch Zeit hat.

Hier spielen vor allem die internationalen Kreditrating-Agenturen wie Moody´s eine Rolle. Sie halten Xerox inzwischen für einen so schlechten Schuldner, dass das Unternehmen keine Anleihen mehr ausgeben kann, sondern Papiere zurück kaufen muss.

Zuletzt war Xerox gezwungen, aufgrund des schlechten Ratings ("Baa2") Kreditpapiere in Höhe von 425 Millionen Dollar zurück kaufen.

Für das dritte Quartal hat Xerox erstmals seit 16 Jahren einen Quartalsverlust ausgewiesen. Das Unternehmen leidet unter stärkeren Wettbewerbern wie Canon und einer fehlgeschlagenen Neuorganisation.