Commerzbank Dem Branchenprimus voraus

Ebenso wie die Deutsche Bank will das Geldhaus im schärferen Kampf um Firmen- und Privatkunden künftig mit "zwei Banken" antreten.

Frankfurt am Main - Bereits Anfang 2001 werde sie sich in eine Privatkundensparte mit Vermögensberatung sowie eine Firmen-und Investmentbank aufteilen. Dies bestätigte das Geldhaus am Montag in Frankfurt.

Während die Commerzbank die organisatorische Ausrichtung auf die beiden großen Kundengruppen bereits vor einiger Zeit präsentiert hatte, soll beim Branchenprimus ein Machtkampf hinter den Kulissen den Ausschlag gegeben haben. Dies wurde allerdings von der Deutschen Bank energisch dementiert.

Nach Darstellung von Commerzbank-Vorstandsmitglied Andreas de Maiziere hat die viertgrößte deutsche Geschäftsbank vor allem die mittelständische Kundschaft im Visier. Leistungen und Produkte, die bislang Großkunden vorbehalten waren, sollen dann auch kleineren Unternehmen angeboten werden.

"Deutschlands Mittelstandsbank Nummer 1"

Der Vorstand widersprach der These, die privaten Banken würden sich aus dem Mittelstand zurückziehen. Mit 26 Milliarden Mark entfalle bei der Commerzbank knapp ein Drittel der gesamten Firmenkredite auf den Mittelstand. Diese Gruppe bringe mehr als 40 Prozent der gesamten Bruttoerträge aus dem Firmenkundengeschäft.

Derzeit sieht sich die Commerzbank schon auf dem Weg zu "Deutschlands Mittelstandsbank Nummer 1". Dabei muss allerdings die hausinterne Definition von Mittelstand Schützenhilfe leisten. Für die Manager des gelben Geldhauses beginnt der Mittelstand bei knapp fünf Millionen Mark Jahresumsatz - und endet bei 500 Millionen Mark.

Das Gros der kleineren Handwerks- und Dienstleistungsunternehmen fällt damit heraus und wird bei der Commerzbank als "Privatkunde" geführt. Creditreform, die wichtigste deutsche Unternehmensauskunftei, sieht den Kern des Mittelstandes dagegen in Betrieben mit 3 bis 15 Millionen Mark Umsatz.