Samstag, 21. September 2019

US-Pharmakonzern Valeant Dieser Skandal könnte Bill Ackman Milliarden und den Ruf kosten

Hedgefonds-Manager Bill Ackman: Dem Aktivisten-Investor drohen im Valeant-Skandal massive Verluste

Bill Ackman macht keine Gefangenen. Dass der Hedgefonds-Manager, wenn er sich an einem Unternehmen einmal festgebissen hat, so schnell nicht davon ablässt, hat zuletzt der Diätmittelhersteller Herbalife erfahren. Gegen Herbalife fuhr der Aktivisteninvestor eine jahrelange Kampagne. Mit dem Ziel, das Unternehmen in die Knie zu zwingen - und mittels Shortpositionen kräftig daran zu verdienen.

Nun sieht es so aus, als ob Ackman diesmal selbst Opfer einer solchen Attacke werden könnte. Denn der von ihn gehypte Pharmakonzern Valeant, an dem Ackman über seinen Hedgefonds Pershing Square Capital Management eine Milliardenbeteiligung hält, ist in den Sog eines Betrugsskandals geraten. Den Aktienkurs des Unternehmens, das Ackman einst öffentlichkeitswirksam wegen seiner hohen Profitabilität als Berkshire 2.0 feierte, sandte der Skandal in den vergangenen Tagen auf ein Zwei-Jahres-Tief.

Am Montagmorgen notierte das Papier bei 95,45 Dollar. Das ist weniger als die Hälfte des Wertes, den das Papier hatte, als Ackman seine Position bei dem Unternehmen publik gemacht hatte. Laut US-Presseberichten beläuft sich der Verlust für Ackmans Pershing Square Capital Management aktuell auf rund 2 Milliarden Dollar.

Ausgelöst hatte den Kursverfall ein Bericht der Analysefirma Citron Research, die dem Unternehmen vorgeworfen hatte, den Umsatz mit Hilfe von Spezialapotheken künstlich aufzublähen. Und das Vorgehen öffentlichkeitswirksam mit dem Fall Enron verglich.

Machtkampf unter Hedgefonds

Pikant daran: Hinter Citron stehen Hedgefonds, die - wie auch Ackman in der Vergangenheit - Unternehmenskandale aufdecken und mit Leerverkäufen der Aktie Gewinne erzielen wollen.

Kaum war die Nachricht raus, ging die Valeant-Aktie auf Sturzflug. Auch weil sich plötzlich die Augen der Öffentlichkeit auf die Geschäftspraktiken Valeants richteten, das mit Übernahmen wie der des Kontaktlinsenspezialisten Bausch & Lomb zu einem Pharmariesen mit mehr als acht Milliarden Dollar Umsatz gewachsen ist.

Denn neben der Nutzung von Synergien und der Stärkung der eigenen Marktmacht erhöhte Valeant in Folge der Übernahmen oft massiv die Preise. Ein Vorgehen, das im aktuellen politischen Klima in den USA extrem unpopulär ist.

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