Siemens Abnehmer für Bauruine gefunden

Die Russen wollen dem Konzern die Hanauer Plutoniumfabirk abnehmen. Sie wittern ein großes Geschäft.

Berlin - Bereits im kommenden Jahr will Russland die Plutoniumfabrik importieren. Der russische Atomenergieminister Jewgeni Adamow sagte der "Berliner Zeitung", damit wären die Voraussetzungen geschaffen, um Waffenplutonium aus Russland und den USA sowie abgebrannte Brennelemente aus westeuropäischen und US-Reaktoren zu so genannten Mischoxyd-Brennelementen (Mox) in Russland zu verarbeiten.

Adamow zufolge könnte Russland in diesem Jahrzehnt fast 46 Milliarden Mark mit der Verarbeitung westlichen Atommülls erwirtschaften.

Adamow wies den Vorwurf zurück, er werde Russland in eine atomare Müllkippe verwandeln. "Die Rede ist nicht von atomaren Abfällen, sondern von abgebranntem Brennstoff." Einen Import von Abfällen lehne Russland kategorisch ab.

Eine notwendige Gesetzesänderung, die das generelle Import-Verbot für radioaktives Material aufhebt, werde vermutlich im Dezember in der Duma beraten, sagte Adamow. Das russische Parlament sei inzwischen "hinreichend vernünftig" geworden, sagte Adamow.

Für die Verarbeitung des Waffenplutoniums zu Mox-Brennelementen sind Adamow zufolge rund 5,7 Milliarden Mark nötig. "Trotz gewaltigen Anstrengungen der USA und dem Beschluss Frankreichs, 183 Millionen Mark bereitzustellen, kommen wir in der Summe nicht über knapp 1,2 Milliarden Mark hinaus."

Adamow forderte die anderen führenden Wirtschaftsnationen (G-7) auf, ihren Beitrag zu leisten. Mit Deutschland treten Adamow zufolge in Sachen Export inzwischen keine Schwierigkeiten mehr auf.

Deutschland hatte sich vergeblich dafür eingesetzt, dass Russland statt der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente auf die Verglasung des radioaktiven Abfalls und die direkte Endlagerung setzt.

Der damalige hessische Umweltminister Joschka Fischer hatte 1991 verhindert, dass die Mox-Brennelementefabrik im hessischen Hanau je in Betrieb ging.