BSE Kein Entrinnen vor dem Erreger?

Der Rinderwahnsinn lauert überall. Sogar im Boden sind Erreger, befürchten Wissenschaftler.

Berlin - BSE-Erreger können nach Vermutungen von Forschern möglicherweise längere Zeit im Boden überdauern. Nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats Bodenschutz könne nicht ausgeschlossen werden, dass Infektionsträger über die Aufnahme des Weidegrases erneut in die Nahrungskette gelangen, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Dienstag.

Im Kampf gegen die Rinderseuche BSE habe der Beirat daher in seinem Gutachten vom Februar empfohlen, Weideflächen mit dem begründeten Verdacht eines Befalls durch BSE-Erreger vorsorglich unter Quarantäne zu stellen.

Die Weiden sollten so lange gesperrt werden, bis abschließend geklärt sei, ob von den Böden Gefahr für Mensch und Umwelt ausgingen. Zunächst müsse untersucht werden, ob und wo es Verdachtsflächen in Deutschland gibt.

In Schleswig-Holstein war vor wenigen Tagen der erste Fall von Rinderwahnsinn bei einem in Deutschland geborenen Rind bekannt geworden. Der Rinderbestand, aus dem die BSE-Kuh kam, wurde notgeschlachtet. Die 166 Rinder von dem betroffenen Hof sollen in Schnelltests auf Rinderwahnsinn untersucht werden.