DaimlerChrysler "Jürgen Schrempps Stern verblasst"

"Jetzt wird's eng" - die Firmenkrise wird zur Krise des Konzernlenkers, meinen die Kommentatoren der deutschen Zeitungen.

Hamburg - "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Daimler-Chrysler ist nicht wegen Daimler-Benz in Schwierigkeiten, sondern wegen Chrysler. Vor allem deshalb wirkt die Opposition des früheren Chrysler-Großaktionärs Kerkorian kraftlos. Auf der Hut muss Schrempp dennoch sein. Ein Miteigentümer macht gegen ihn mobil, die Kritik an der Amtsführung des Managers Schrempp hat damit eine neue Stufe erreicht."

"Nordbayerischer Kurier" (Bayreuth): "Keine Frage: Schrempp ist angeschlagen. Auch beim Großaktionär Deutsche Bank, der vor dem Hintergrund der neu geschaffenen milliardenschweren Steuererleichterungen beim Verkauf von Anteilsbesitz seine Daimler-Papiere versilbern will, wächst die Ungeduld. Eine gefährliche Gemengelage für den Daimler-Boss, dem die extreme Fokussierung auf die Wertsteigerung des Unternehmens nun zum Verhängnis werden könnte."

"Deister- und Weserzeitung" (Hameln): "Auch wenn Daimler die Klage noch herunterspielt, der Imageschaden für die Stuttgarter Autobauer in Amerika wird sich als riesig erweisen und die Verkaufszahlen von Mercedes in den Keller rauschen lassen. ... Das wird den Daimler-Aktionären gar nicht schmecken und Jürgen Schrempps Stern langsam verblassen lassen."

"Fränkischer Tag" (Bamberg): "So wenig wahrscheinlich ein Erfolg der Klage ist, wirft sie doch ein Schlaglicht auf jenen Mann, der vor jetzt fuenf Jahren angetreten war, um alles anders und natürlich besser zu machen. Schrempp macht vieles anders und letzlich doch dieselben Fehler wie sein Vorgänger Edzard Reuter."

"Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (Kassel): "Dass Schrempp beim Umbau "des Stuttgarter Konzerns" einst viel Geld versenkte, hat man ihm verziehen. Dass er aber entgegen seinen selbst formulierten Ansprüchen den Wert der Aktie nicht steigert, kreiden ihm die Börsianer negativ an. ... Noch nie stand es so schlecht um Jürgen Schrempp. Bisher ging der Macher immer gestärkt aus Krisen hervor. Doch dieses Mal wird es wirklich eng."