Dienstag, 22. Oktober 2019

Verdacht illegaler Entsorgung Ermittler setzen Durchsuchungen bei K+S fort

Polizei und Ermittler im Haus: K+S kooperiere in vollem Umfang mit den Ermittlungsbehörden, hieß es.

Wegen des Verdachts der illegalen Abfallentsorgung ist die Durchsuchung von Büroräumen des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S fortgesetzt worden. Am Donnerstag betraf dies allerdings nur noch die Zentrale in Kassel, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte.

Die Durchsuchungen im osthessischen Philippsthal, im thüringischen Unterbreizbach sowie in zwei Privathäusern seien bereits am Mittwoch abgeschlossen worden. Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Verantwortliche von K+S sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. Es geht umSalzabwasser, das das Unternehmen in den Erdboden gepumpt haben soll.

Zu dem bisherigen Stand der Ermittlungen wollte sich das LKA zunächst nicht äußern. Bislang seien vor allem Akten und elektronische Daten gesichert worden. K+S teilte mit, in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren zu wollen.

Insgesamt soll der Konzern nach LKA-Angaben von 1999 bis 2007 bei der Kali-Gewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abfall in den sogenannten Plattendolomit der Gerstunger Mulde versenkt haben. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

Der Dax -Konzern K+S steht derzeit im Übernahmekampf mit dem kanadischen Konkurrenten Potash. Spekulationen, dass Potash ein feindliches Übernahmeangebot vorbereite, hatten die Aktie von K+S zuletzt kräftig steigen lassen.

la/dpa

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