Deutsche Börse Zwei Verlierer an einem Tisch

Ausgerechnet mit seinem einstigen Gegner OM-Gruppen verhandelt Chef Werner Seifert über eine Kooperation. Greifen die Rivalen von gestern jetzt gemeinsam nach der Londoner Börse?

Frankfurt am Main - Ein Sprecher der Deutschen Börse bestätigte Gespräche mit dem schwedischen Finanzplatzanbieter OM-Gruppen AB. Mit welchem Ziel und seit wann die Gespräche geführt werden, ließ der Börsensprecher offen.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, dass die Deutschen und die Schweden verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit prüften.

Die Gespräche seien auf Initiative der Deutschen Börse Ende vergangenen Monats aufgenommen worden. Beide Gesellschaften hätten sogar ein gemeinsames Angebot für die London Stock Exchange (LSE) in Betracht gezogen.

Für eine Veränderung des bestehenden OM-Angebotes von einer Milliarden Pfund ist jedoch der Zeitung zufolge zu wenig Zeit gewesen. Die Idee sei daher vorerst verworfen worden. Die Neuauflage scheint jedoch jederzeit möglich zu sein.

OM-Offerte kippte Fusionspläne

Eine Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Börse und der OM Gruppen ist bemerkenswert. Denn noch im Sommer hatten sich beide einen erbitterten Kampf um die LSE geliefert.

Deutsche-Börse-Chef Seifert wollte damals mit dem britischen Rivalen fusionieren. Sein Ziel war es, den beherrschenden Handelsplatz in Europa aufzubauen. Name des Unternehmens sollte iX sein.

Die Schweden funkten mit einer feindlichen Übernahmeofferte der LSE dazwischen. Erfolg hatten weder die Deutsche Börse noch OM-Gruppen.

Zudem konkurrieren die Deutsche Börse und OM-Gruppen mit ihren unterschiedlichen Handelssystemen. Während die Deutschen auf den Computerhandel Xetra setzen, vermarktet der schwedische Finanzbetreiber eine Eigenentwicklung.