BIP Konjunktur hat weniger Schwung

Zwar hat das Bruttoinlandsprodukt in den ersten neun Monaten zugelegt. Doch im Sommer verlor die Konjunktur an Fahrt.

Wiesbaden - In den ersten neun Monaten 2000 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Das Wirtschaftswachstum geriet im Sommer scheinbar ins Stocken, so dass die Statistiker für das dritte Quartal nur einen BIP-Zuwachs von 2,8 Prozent, nach 3,3 im zweiten und 3,6 Prozent im ersten Quartal errechneten.

Tatsächlich wird die gesamtwirtschaftliche Dynamik aber durch diese Zahlen deutlich unterbewertet. Nach Ausschaltung von Kalendereffekten hat das BIP nämlich im dritten Quartal um 3,4 Prozent zugelegt - und damit deutlich mehr als in der offiziellen Berechnung.

Die Differenz ergibt sich aus der unterschiedlichen Zahl der Arbeitstage: Während im dritten Vierteljahr 2000 lediglich 64,8 Arbeitstage zur Verfügung standen, waren es ein Jahr zuvor 66. Damit haben der hohe Ölpreis und der anhaltend schwache Euro zumindest bis zum Sommer keine Bremsspuren in der Wirtschaft hinterlassen.

Entscheidender Motor der Konjunktur waren nach Feststellung der Statistiker im Zeitraum Juli bis September die Ausrüstungsinvestitionen sowie der außenwirtschaftliche Beitrag, der sich aus dem Saldo von Ausfuhren und Einfuhren ergibt.

"Die privaten Konsumausgaben (plus 1,8 Prozent) stiegen dagegen nur unterdurchschnittlich und die Bauinvestitionen (minus 5,0 Prozent) gingen noch deutlicher als im zweiten Quartal zurück", hieß es aus dem Bundesamt.

Die etwas verlangsamte konjunkturelle Dynamik zeigt sich im kurzfristigen Vergleich von einem Vierteljahr zum nächsten: So legte das BIP im Sommerquartal im Vergleich zur Vorperiode saisonbereinigt um real 0,6 Prozent zu, nach 1,1 und 0,9 Prozent in den beiden Quartalen zuvor.