Deutsche Bahn Mehdorn weiter unter Druck

Vorstandschef Hartmut Mehdorn kann dem Aufsichtsrat keine sicheren Zahlen zur aktuellen Finanzsituation des Unternehmens und zur mittelfristigen Finanzplanung vorlegen.

Berlin/München - Die mit der Unternehmensanalyse beauftragte Unternehmensberatung McKinsey soll erst für nächstes Frühjahr belastbare Daten angekündigt haben, berichtet die "Berliner Zeitung".

Aufsichtsratschef Dieter Vogel habe daraufhin die Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung Anfang Dezember zusammengestrichen. Über die mittelfristige Unternehmensplanung bis 2005 und die Budgetplanung für das nächste Geschäftsjahr soll nun im März 2001 beraten werden. Deshalb gebe es bis zum März nur ein finanztechnisches Provisorium bei der Bahn.

Mehdorn kündigte Riesenverluste an

Mehdorn hatte Mitte November in Berlin in einer "ehrlichen Bestandsaufnahme" beim Betriebsergebnis bis 2005 eine Planabweichung von 20 Milliarden Mark angekündigt. Mehdorn betonte, dass es bei den Planabweichungen nicht um Verluste gehe. Diese würden nur eintreten, wenn nicht gegengesteuert werde.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass auf dem Programm der Aufsichtsratssitzung die Vertragsverlängerung für Finanzchef Diethelm Sack ganz weit vorn steht. Manche Aufsichtsräte hielten indessen die Beratung über die Finanzmisere für wichtiger als die Verlängerung, da der Vertrag erst in einem Jahr auslaufe.

Mit der frühzeitigen Verlängerung solle dokumentiert werden, dass Sack an der Finanzlage der Bahn unschuldig sei, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Stimmen aus dem Unternehmen.