Babcock Borsig Will Handelsschiffbau sanieren

Der Maschinenbauer will die Sanierung der Kieler Werft beschleunigen. In zwei Jahren soll das Geschäft aus der Verlustzone heraus sein, lautet der Plan von Babcock-Chef Klaus Lederer.

Düsseldorf - Nach der Neuausrichtung auf Energietechnik und Schiffbau will der Oberhausener Maschinen-und Anlagenbauer Babcock Borsig AG die Sanierung des Handelsschiffbaus seiner Kieler Werft HDW vorantreiben.

Bislang seien die Verluste vom Erfolg des Marinegeschäfts ausgeglichen worden. Bei der Frage einer Kooperation der HDW mit dem Werftenbereich von ThyssenKrupp sieht Lederer keine kurzfristige Lösung. Eine Marine-Technik-Lösung mit europäischen Partnern könne durchaus schneller zu Stande kommen.

Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/00 erzielte der im M-Dax notierte Konzern nach eigenen Angaben ein Ergebnis im gewöhnlichen Geschäft von rund 200 Millionen Mark nach 197 Millionen Mark im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich nach den vorläufigen Berechnungen auf 12,4 (12,9) Milliarden Mark.

Lederer: "Ergebnis wird positiv sein"

Durch den Verkauf von Unternehmen erwartet Babcock Sondereffekte, die das Konzernergebnis "im knapp dreistelligen Millionenbereich" belasten. Einzelheiten zum Jahresüberschuss wollte Lederer nicht bekannt geben. "Das Ergebnis wird unter dem Strich in jedem Fall positiv sein."

1998/99 hatte der Konzerngewinn 147 Millionen Mark betragen. Falls der Börsengang der Babcock Energietechnik-Tochter Nordex noch in diesem Geschäftsjahr vollzogen werde, sei eine Dividendenzahlung für das laufende Geschäftsjahr denkbar. Die letzte Dividende hatte Babcock 1994/1995 gezahlt.

Babcock habe im abgelaufenen Geschäftsjahr Unternehmen mit einem Umsatz von rund 3,5 Milliarden Mark abgegeben, darunter die Maschinenbauer Flender AG und Moenus AG, sagte Lederer.

Rekord bei Auftrageingängen

Im Zuge der Restrukturierung seien die Bankverbindlichkeiten auf 390 Millionen Mark von einer Milliarde Mark im Vorjahr verringert worden. Mit den Desinvestitionen sei der Durchbruch zu einem Konzern mit nur noch zwei Kerngeschäftsfeldern Energietechnik und Schiffbau geschafft.

Sowohl in der Energietechnik als auch im Schiffbau habe der Konzern einen Rekordwert beim Auftragseingang erzielt, sagte Lederer. Der Auftragsbestand in der Energietechnik betrage acht Milliarden Mark. Im Geschäftsfeld Schiffbau liege er bei zehn Milliarden Mark. Davon entfielen 8,5 Milliarden Mark auf den Bereich Marine und 1,5 Milliarden Mark auf die Sparte Handelsschiffbau.