Dresdner Bank "Kriegskasse gut gefüllt"

Bis zu 1,4 Milliarden Euro könnte die Bank für eine Ausweitung im Private- und Investment-Banking ausgeben. Kauf-Kandidaten werden derzeit gesucht, verspricht Bankchef Fahrholz.

Frankfurt am Main - Mit 850 Millionen bis 1,4 Milliarden Euro sei die "Kriegskasse" der Dresdner Bank gut gefüllt, um mit dem Investment Banking und der Vermögensverwaltung weltweit mit zu halten.

Im Private Banking sei die Dresdner zur Zeit mit möglichen Kauf-Kandidaten im Gespräch, sagte Bankchef Bernd Fahrholz dem "Handelsblatt".

Dagegen soll das Investment-Banking, gebündelt bei der Dresdner Kleinwort Benson, mehr durch eigenes Wachstum ausserhalb der Heimatmärkte Deutschland und Großbritannien expandieren. Akquisitionen seien nicht ausgeschlossen. An einen Kauf der Geschäftszweige der niederländischen Finanzgruppe ING Barings in Europa oder den USA sei aber nicht gedacht.

Die Dresdner Bank könne langfristig unabhängig bleiben. Das sei durch die 15 Milliarden Euro sicher gestellt, die die Bank als Reserven in Form von Industriebeteiligungen halte. Zu den größten Beteiligungen gehören zehn Prozent an der Allianz und 7,4 Prozent an der Münchener Rück.

Mit der Steuerreform 2002 werde die Bank diese Beteiligungen schrittweise abbauen und das Kapital für Zukäufe im Kerngeschäft nutzen.

Fahrholz schloss auch einen weiteren Fusionsversuch in Deutschland aus. Der einzige verbleibende mögliche Partner, die Hypovereinsbank, passe strategisch nicht. Dagegen könnten Veränderungen bei den Besitzverhältnissen der Landesbanken und Sparkassen interessant sein.

Das Ergebnis des vierten Quartals werde, so Fahrholz, nicht von ausserordentlichen Aufwendungen beeinträchtigt werden. Im dritten Quartal hatte die Dresdner noch erhebliche Abschläge als Spätfolgen der fehlgeschlagenen Fusion verbuchen müssen. So belasteten vor allem höhere Personalkosten, mit denen die Bank ihre Investment-Experten zu halten versuchte.

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