BSE Deutschland steht erst am Anfang

Bauernpräsident Gerhard Sonnleitner rechnet mit weiteren Fällen von Rinderwahnsinn.

Berlin - Im ZDF-Morgenmagazin verwies Sonnleitner am Montag auf die erhöhte Zahl von Tests der Tiere. Am Sonntag hatte sich der erste BSE-Fall einer in Deutschland geborenen und in Schleswig-Holstein gehaltenen Kuh bestätigt.

Sonnleitner kündigte eine offensive Verbraucherpolitik an: "Wir wollen auf den Verbraucher zugehen, und wir möchten ein höchstmögliches Potenzial an Sicherungssystemen transparent und offen darlegen." Die entsprechenden Kapazitäten in den Labors seien bereits erweitert worden.

Auch der Leiter des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz, Dieter Arnold, rechnet mit weiteren Fällen von Rinderwahnsinn sowie einer potenziellen Gefährdung auch von Menschen in Deutschland. Der `Bild"-Zeitung (Montagausgabe) sagte Arnold, mit den angekündigten Schnelltests würden noch mehr infizierte Rinder entdeckt werden.

Zugleich sei zu befürchten, dass sich Bürger beim Genuss BSE-verseuchten Rindfleischs mit der neuartigen Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CJK) infiziert haben.

Neubewertung der BSE-Gefahr

Der Institutschef sagte, die Gefahr einer Erkrankung deutscher Verbraucher müsse angesichts der neuen Erkenntnisse über BSE "völlig neu bewertet werden". Es sei nämlich nicht auszuschließen, dass BSE-erkrankte Tiere in der Bundesrepublik "geschlachtet und verzehrt wurden".

Allerdings sei es völlig ungewiss, wann die ersten Fälle von neuartigen CJK-Erkrankungen auftreten könnten. "Da die Dauer der Inkubationszeit nicht feststeht, kann es sein, dass die Welle von CJK-Erkrankungen Deutschland erst in vielen Jahren erreicht", erklärte Arnold.

Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke kündigte unterdessen eine Ausweitung der Schnelltests an. Der "Rheinischen Post" (Montagausgabe) sagte der SPD-Politiker, mit den Tests würden umgehend auch jüngere Rinder untersucht. Allerdings sei zuvor eine Verfeinerung der Methoden notwendig.

Schlachtung angeordnet

Derweil wurde auf dem Hof in Hörsten (Kreis Rendsburg-Eckernförde), wo der erste BSE-Fall entdeckt worden war, am frühen Montagmorgen damit begonnen, alle 160 Tiere des betroffenen Landwirtes zu verladen.

Drei große Lkw mit Anhängern standen bereit. Der Hof des Landwirtes Peter Lorenzen war von der Polizei abgesperrt worden. Die Tiere sollten in eine Tierkörperbeseitigungsanlage nach Neumünster gebracht werden, sagte der zuständige Landrat Wolfgang von Ancken.

Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) hatte angekündigt, dass die Tiere auf die Krankheit Rinderwahnsinn untersucht werden sollten. Bisher gibt es keine Anhaltspunkte für die Ursache der BSE-Erkrankung der vier Jahre alten rot-bunten Kuh aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde.

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