Siemens Auf den Schwingen der "Adler"

Der Konzern will sein Sport-Sponsoring ausbauen. Mehrere Millionen Mark fließen in das Skispringen.

München - Ziel des deutlichen Ausbaus des Sponsorings ist es, unter die Top drei der weltgrößten Handy-Konzerne zu springen. Nach Fußball und Formel 1 ist Skispringen jetzt die dritte TV-wirksame Sportart, in die der Konzern zur Steigerung von Bekanntheit und Image Millionen investiert.

"Skispringen ist älter als Siemens, aber unter jungen Leuten hat es Kultstatus", sagte Stephen McMahon, Sponsoring Direktor im Arbeitsgebiet Information and Communication Mobile (ICM), beim Skisprung-Weltcup-Auftakt am Wochenende im finnischen Kuopio.

Bei dem Wettbewerb trugen unter anderem erstmals Weltmeister Martin Schmitt und die Kollegen Startnummern-Leibchen, auf denen in der Heimat des großen Rivalen Nokia für Siemens Mobilfunk-Geräte geworben wurde.

Mit Hilfe des Sport-Sponsorings will Siemens insbesondere den Absatz seiner Handys in der Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen steigern. Das Engagement im Skisprung-Zirkus - Siemens wird dabei auch unter anderem Titelsponsor der Vier-Schanzen-Tournee - kostet den Konzern einen einstelligen Euro-Millionenbetrag.

Für Werbung im Fußball gibt Siemens Mobile jetzt sogar etwa 100 Millionen Euro in drei Jahren aus. So ist Siemens Mobile seit Beginn der neuen Saison unter anderem Trikot-Sponsor beim neuen italienischen Meister Lazio Rom. Markus Appel, Vize-Präsident Marketing bei ICM, bezifferte die Gesamtausgaben des Konzerns für Sport-Sponsering auf "deutlich unter 100 Millionen Euro im Jahr".

Mit seinen Mobiltelefonen sieht sich Siemens im Aufwind. Vor einigen Jahren noch habe man mit der Modellpalette nicht die junge Zielgruppe angesprochen, sagte Appel. Im dritten Quartal 2000 aber rückte der Konzern nach eigener Einschätzung weltweit mit einem Marktanteil von etwa neun Prozent auf Rang vier vor, obwohl auch Siemens stark unter der Teileknappheit bei den Zulieferern litt.

Im laufenden Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) soll der Handy-Absatz auf 48 Millionen Stück verdoppelt werden. Das frühere Ziel von 60 Millionen wurde zuletzt allerdings nicht mehr genannt. Die neuen Modelle S40 und S42 werden später als geplant erst nach Weihnachten in die Läden kommen.

Zu den zuletzt dennoch stark gestiegenen Absatzzahlen trägt nach Einschätzung Appels vor allem im Ausland die Sport-Werbung entscheidend bei. So sei die Bekanntheit von Siemens-Handys in Italien auch durch das Formel 1-Engagement seit März von 22 auf 36 Prozent geklettert. Früher sei Siemens vor allem wegen Kühlschränken oder Waschmaschinen bekannt gewesen. Mittlerweile hätten die Mobilfunkgeräte der weißen Ware den Rang abgelaufen.

Viel Arbeit erwartet die Marketing-Experten, wenn Siemens Mitte 2001 die Handy-Offensive in den USA starten will. Hier werde man zunächst auf Massensportarten und Werbung in den Ballungsräumen setzen, hieß es.

Derzeit fällt erst zwei Prozent der US-Amerikaner der Name Siemens ein, wenn sie nach Handys gefragt werden. Die Kampagne, die das ändern soll, wird einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

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