Klimagipfel Unternehmen warteten vergeblich auf neue Märkte

Das Ende des Klimagipfels zerstört Hoffnungen auf lukrativen Technologie-Export sowie auf einen neuen Markt für den Handel mit Emissions-Zertifikaten.

Den Haag - Der gescheiterte UN-Klimagipfel in Den Haag hat auch wirtschaftliche Auswirkungen. Hoffnungen auf neue Export-Geschäfte, bei denen klimaschützende Technologie in die Dritte Welt verkauft wird, wurden zerstört. Auch mit dem neuen Handelsmarkt für Treibhaus-Gas sieht es schlecht aus.

Die Wirtschaft habe klare Entscheidungen erwartet, die die Regeln und das Rahmenwerk des Kyoto-Gipfels ausfüllen sollten, heisst es von Seiten der Internationalen Handelskammer. Nun stünden auch die Unternehmen mit leeren Händen da.

Die zweiwöchige Konferenz endete ohne eine Übereinkunft zur Bekämpfung der globalen Erwärmung, nachdem sich vor allem die USA und die EU nicht über die nötigen Schritte einigen konnten.

Möglicherweise werden die Gespräche im nächsten Jahr wieder aufgenommen, dann voraussichtlich in Bonn.

Für viele Kraftwerksspezialisten wäre eine klare Entscheidung gut für das Geschäft gewesen. Sie hätten neue emissions-arme Kraftwerke vor allem nach Asien und Lateinamerika verkaufen können. Hier steigt die Nachfrage nach Energie am schnellsten.

Spezielle Förderung für "grüne" Direktinvestitionen

Die Länder hätten die Unternehmen mit einer speziellen Förderung locken können, die die Wirtschaft zu "grünen Investments" ermuntert, damit die einzelnen Länder ihre Auflagen bei der Drosselung von Treibhaus-Gas-Emissionen einhalten können.

Diese Förderung sowie andere Anreize, darunter die Möglichkeit, sogenannte Emissions-Rechte international zu handeln, waren beim letzten Treffen in Kyoto 1997 vorgeschlagen worden.

Beim Handel mit Emissions-Rechten können Länder mit niedrigen Treibhaus-Gas-Emissionen die ihnen zugestandene Verschmutzungsrechte an Länder verkaufen, deren Verschmutzung über dem Erlaubten liegt.

Die angedachte Förderung für Direktinvestitionen reicht von Projekten zur umweltfreundlichen Energie-Gewinnung - vor allem bei erneuerbaren Energiequellen - bis zum Anpflanzen von gas-vernichtenden Plantagen.

Der Markt wird insgesamt auf mehrere Milliarden Dollar beziffert. Allerdings werden sich Unternehmen mit solchen Investitionen so lange zurück halten, bis ein klares internationales Regelwerk steht.

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