VW Neue Pläne und ein neuer Mann

63,5 Milliarden Mark Investitionen und 100 Modelle - der Aufsichtsrat segnete Pläne von Konzernchef Piech ab.

Wolfsburg - Der Wolfsburger Automobilkonzern will in den kommenden fünf Jahren etwa 38 von insgesamt 63,5 Milliarden Mark an Sachinvestitionen in die deutschen Werke pumpen. Das hat der Aufsichtsrat am Freitag auf Vorschlag des Vorstands beschlossen.

Damit gibt er gleichzeitig Grünes Licht für die Pläne von VW-Chef Ferdinand Piech, bis 2005 die Auto-Palette auf über 100 Modelle zu verdoppeln. Außerdem hat der Aufsichtsrat den Konzernvorstand auf acht Mitglieder aufgestockt.

Investitionsplanungen um 3,5 Milliarden Mark erhöht

Der Schwerpunkt der VW-Investitionen liegt mit 41 Milliarden Mark (knapp 21 Milliarden Euro) oder 65 Prozent auf der Produktion. Dabei geht es vor allem um Ausbau und Modernisierung der Presswerke, Lackierereien und Montagebereiche.

Damit werden auch Forderungen des Gesamtbetriebsrates erfüllt. Außerhalb der Fertigung sollen die Bereiche Entwicklung und Informationstechnologie (Richtung e- commerce) ausgebaut werden, teilte das Unternehmen mit.

VW hat bei der Investitionsplanung gegenüber der Vorjahresplanung sogar noch um 3,5 Milliarden Mark aufgesattelt. Und das bei einem stotternden deutschen Automarkt und einer schwer einzuschätzenden internationalen Konjunkturentwicklung.

Doch hinter den nackten Zahlen verbergen sich spannende Projekte des Automobilriesen: In der Planung enthalten ist nach dpa-Informationen zum Beispiel der Bau des Colorado in Bratislava - ein Geländewagen in Co-Produktion mit Porsche.

Hinzu kommt schon im kommenden Jahr die Fertigung des Oberklasse-Wagens D1 in Dresden. Näher rückt auch die Produktion eines Minivans auf Golf-Basis (A-MPV) wahrscheinlich in Wolfsburg.

Neuer Mann im Vorstand

Auch personell hat der Aufsichtsrat am Freitag Weichen gestellt. Mit Folker Weißgerber rückt VW-Urgestein in die Top-Führungsspitze des Unternehmens vor.

Der Manager begann seine Karriere bei VW 1961 als Betriebselektriker. Kenner werten den Aufstieg als Anerkennung seiner persönlichen Leistung wie auch der steigenden Bedeutung des konzernweiten Produktionsverbundes.

Er hat zum Beispiel die neue Passat-Fabrik in China gebaut und das Konzept der gläsernen Manufaktur in Dresden umgesetzt. Der 59-Jährige ist seit März 1993 im Markenvorstand bei Volkswagen für den Geschäftsbereich Produktion und Logistik verantwortlich.

Seit 1996 war er außerdem konzernweit für "Produktionsoptimierung" zuständig, allerdings ohne Vorstandssitz.

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