Montag, 24. Juni 2019

Kursrutsch bei BMW Quandt-Erben verlieren 2 Milliarden Euro in 2 Tagen

Susanne Klatten: Der Kursrutsch der BMW-Papiere dürfte sie ebenso wenig aus der Ruhe bringen wie ihren Bruder Stefan Quandt - mit rund 47 Prozent halten die beiden genug Anteile, um Kursschwankungen zu ertragen

Es ist nur ein Rechenspiel, aber es zeigt, wie stark das Vermögen der reichsten Deutschen vom Aktienmarkt abhängig ist. Nach dem Tod ihrer Mutter Johanna halten ihr Sohn Stefan Quandt und ihre Tochter Susanne Klatten insgesamt rund 47 Prozent der Anteile an BMW - der Anteil von Stefan Quandt fällt mit rund 26 Prozent etwas größer aus als der Anteil von Susanne Klatten (rund 21 Prozent). Da der Großteil der Aktien schon vor Jahren an die beiden Kinder übertragen worden ist, erben Stefan Quandt und Susanne Klatten jetzt die Stimmrechte: Bei den BMW-Stimmrechten kommt Stefan Quandt jetzt auf 34,19 Prozent und Susanne Klatten auf 29,3 Prozent.

Der gestiegene Einfluss der beiden BMW-Großaktionäre geht derzeit mit einem kräftigen Wertverlust der Aktien einher: Die Stammaktie von BMW Börsen-Chart zeigen ist wegen der Sorgen um China seit Dienstag Morgen um rund 8 Prozent von 93 Euro unter die Marke von 86 Euro gefallen. Die Marktkapitalisierung von BMW rutschte damit binnen zwei Tagen von rund 60 Milliarden Euro unter 56 Milliarden Euro ab.

Von der BMW-Aktie sind rund 600 Millionen Stammaktien im Umlauf, davon ist knapp die Hälfte (rund 47 Prozent) in den Händen der Familie Quandt. Über den groben Daumen gerechnet haben die beiden Quandt-Erben also rund 2 Milliarden Euro eingebüßt - pro Tag ein Verlust an Marktkapitalisierung von rund 1 Milliarde Euro.

Minus 30 Prozent in fünf Monaten

Dieser "Verlust" dürfte die BMW-Großaktionäre dennoch nicht aus der Ruhe bringen - schließlich halten sie ihren Anteil an BMW langfristig und haben damit die aufgelaufenen Verluste in der Bewertung auch nicht realisiert.

llerdings dürfte der jüngste Kursrutsch des Autobauers in diesem Jahr schon Auswirkungen auf das nächste Ranking der reichsten Deutschen haben: Seit ihrem Rekordhoch bei 123 Euro Ende März dieses Jahres hat die Aktie von BMW rund ein Drittel ihres Wertes wieder eingebüßt.

Dieser Kursrutsch dürfte Spuren hinterlassen. Für Familie Quandt und ihre Erben bleibt jedoch ein schwacher Trost: Die beste aller (Auto)-Welten scheint auch für die Konkurrenten Daimler und Volkswagen vorbei. Die Vorzugsaktie von VW hat seit Dienstag rund 6 Prozent an Wert verloren, die Aktie von Daimler sogar 8 Prozent. Auch im Hause Piëch dürfte man derzeit also lieber nicht ins Depot schauen und auf die Erholung warten.

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