Brau und Brunnen Zu wenig Durst

Der angeschlagene Getränkekonzern leidet darunter, dass immer weniger Bier getrunken wird.

Dortmund - Das rückläufige Biergeschäft vermasselte der Brau und Brunnen AG den Umsatz in den ersten neun Monaten 2000 und weitete den Verlust im Vergleich zum Halbjahr aus.

Nach Konsolidierungskosten sei ein Fehlbetrag von 37,8 (Vorjahr plus 29,0) Millionen Mark angefallen, nach einem Verlust im Halbjahr von 18 Millionen Mark, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die hohen Verluste in der Biersparte von 49,0 (Vorjahr 0,9) Millionen Mark hätten durch die Gewinne im Geschäftsfeld alkoholfreie Getränke in Höhe von 26,7 (35,1) Millionen Mark nicht ausgeglichen werden können.

Brau und Brunnen teilte weiter mit, die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen, die unter anderem den Abbau von bis zu 400 Arbeitsplätzen vorsehen, würden im Gesamtjahr die Biersparte zusätzlich mit rund 20 Millionen Mark belasten.

Für 2001 rechne der Vorstand mit einer Halbierung der Verluste im Geschäftsfeld Bier und 2002 mit einem ausgeglichenen Sparten-Ergebnis.

Das Ergebnis der ersten neun Monate vor Konsolidierungskosten wurde mit minus 26,3 Millionen Mark beziffert. Der Umsatz ging auf 1,055 (1,144) Milliarden Mark zurück.

Bedingt durch den schlechten Sommer sei der Getränkeabsatz insgesamt um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,95 (10,6) Millionen Hektoliter gesunken.

1999 hatte der Konzern entgegen früheren Prognosen hohe Verluste verbucht. Der Fehlbetrag von 86,8 Millionen Mark wurde mit Abschreibungen und Wertberichtigungen begründet.

Nachdem im Laufe dieses Jahres Fusionspläne der Bayerischen BrauHolding AG mit dem Dortmunder Unternehmen gescheitert waren, präsentierte der Konzern ein Sanierungskonzept. Dieses sieht neben dem Abbau von Personal den Verkauf von Immobilien und die Ausrichtung auf die Spitzenmarken in der Biersparte vor.

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