BSE Bald britische Verhältnisse in Deutschland?

Die Krankheit hat sich offenbar auch in Deutschland verbreitet. Die EU bezahlt Vieh-Tests. Tiermehlverfütterung soll verboten werden.

Kiel/Bonn - Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer sprach von einer "realen BSE-Gefahr". Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte an, bereits am Montag könne ein vollständiges Verbot der Verfütterung von Tiermehl ergehen.

Die EU reagierte schnell und stellte 60 Millionen Euro für ein Testprogramm auf BSE bereit. Damit bezahlt die Union alle Vieh-Tests zum Preis von 30 Euro in einem Zeitraum von sechs Monaten von Januar an.

Die Erkrankung eines geschlachteten Tieres wurde in Schleswig-Holstein bei einem freiwilligen Untersuchungsprogramm festgestellt. Daneben wurde in Portugal ein ebenfalls mit Rinderwahn infiziertes Rind entdeckt, das aus Sachsen-Anhalt stammt, wie das Magdeburger Agrarministerium mitteilte.

Das am 22. November geschlachtete Rind in Schleswig-Holstein stammt von einem Bauernhof im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Den positiven Befund zweier Untersuchungen lieferte ein Privatlabor in Hamburg, die Fehlerwahrscheinlichkeit liegt bei fünf bis zehn Prozent.

Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums erklärte, eine weitere Probe sei an die Bundesanstalt für Viruskrankheiten der Nutztiere geschickt worden. Am Dienstag soll von dort ein hundertprozentig sicheres Analyseergebnis erfolgen. Am morgigen Samstag berät in Bonn ein Krisenstab der Staatssekretäre aller Landwirtschaftsministerien der Bundesländer und ihrer Chefveterinäre über die Ergebnisse der Schnelltests und mögliche Konsequenzen.

Unterdessen hat die Landwirtschaftsministerin in Schleswig-Holstein, Ingrid Franzen, bereits ankündigte, dass die Fütterung des in ihrem Bundesland geborenen Tieres nachvollzogen werde. "Alle Rinder, die das gleiche Futter erhalten haben, werden getötet", sagte sie.

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