Adtranz Hat kein Interesse am China-Projekt

Der Transrapid liegt Vorstandschef Rolf Eckrodt quer. Er will sein Unternehmen aus dem Konsortium mit Siemens und ThyssenKrupp heraus lösen.

Berlin - "Die Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen", sagte eine Adtranz-Sprecherin am Dienstag auf und bestätigte Gerüchte.

Hintergrund für den geplanten Ausstieg seien unterschiedliche Auffassungen über die Form der Beteiligung von Adtranz an möglichen Transrapid-Projekten. Konkrete Angaben wollte Adtranz mit Rücksicht auf die noch laufenden Verhandlungen nicht machen.

Aus Industriekreisen heißt es, dass sich die DaimlerChrysler-Tochter auch nicht am Transrapid-Projekt in China beteiligt. Angeblich bieten für die geplante Strecke in Schanghai nur Siemens, ThyssenKrupp und die Vermarktungsgesellschaft Transrapid International als Systempartner. Für das China-Projekt, das möglicherweise insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Mark kostet, wird noch in diesem Jahr ein Vertragsabschluss erwartet.

Adtranz ist zwar mit einem Drittel an der Transrapid International GmbH & Co KG mit Sitz in Berlin beteiligt. Diese Größenordnung gilt nach Angaben der Industrie jedoch nicht für den zu liefernden Technikanteil. So war Adtranz für die ursprünglich geplante Transrapid-Strecke zwischen Hamburg und Berlin lediglich für die Lieferung der Wagenkästen und für die Innenausstattung zuständig.

Bereits vor einem Jahr hatte es Meldungen gegeben, wonach Adtranz aus dem Konsortium aussteigen wolle. Die verlustreiche DaimlerChrysler-Tochter hatte sich seinerzeit auch für eine Aufgabe der Transrapid-Pläne für Berlin-Hamburg ausgesprochen. Nun soll Adtranz vom kanadischen Bombardier-Konzern übernommen werden. Der Verkauf war zuletzt jedoch auf Schwierigkeiten gestoßen. Im Rahmen des Sanierungskonzeptes stößt Adtranz derzeit Geschäftsbereiche ab.

Zum Jahreswechsel wird Rolf Eckrodt, derzeit noch Vorstandschef der Bahntechnik-Tochter, das operative Geschäft als COO bei Mitsubishi Motors übernehmen.

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