Bertelsmann Doppelspitze für neuen Musikgiganten

Die Allianz zwischen dem Medienkonzern und der britischen EMI ist so gut wie perfekt. Die beiden künftigen Partner soll sich schon auf das Führungspersonal geeinigt haben.

Hamburg - Das operative Geschäft des neuen Musikgiganten soll von Ken Berry, Chef des EMI-Plattengeschäft, und Rudi Gassner, neuer Chef der Bertelsmann Music Group, gemeinsam geleitet werden. Das meldet das "Wall Street Journal", das sich auf unternehmensnahe Kreise beruft. Bertelsmann wollte offiziell noch nicht Stellung nehmen.

Bertelsmann und EMI verhandeln noch weiter hinter verschlossenen Türen über die Möglichkeit eines baldigen Zusammenschlusses. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung wolle Bertelsmann seine Musiktochter BMG bei EMI einbringen und 50,01 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten, das weiter an der Börse gehandelt werden soll. Den Rest sollen die bisherigen EMI-Anteilseigner halten.

Nach Aussage von EMI hat eine Musikallianz mit Bertelsmann "gleichen strategischen Vorzüge" wie die zuvor angestrebte Fusion mit dem US-Wettbewerber Warner Music aus dem Time-Warner-Konzern. Wie EMI am Dienstag mitteilte, wird es aber "noch mehrere Wochen" dauern, bis alle möglichen Optionen geprüft sind. Sicher sei, dass der Konzern EMI "mit oder ohne Fusion exzellente Perspektiven" habe.

EMI hatte urspünglich mit Warner Music zum größten Musikanbieter der Welt fusionieren wollen. Der Plan wurde aufgegeben, um die Zustimmung der europäischen Kartellbehörden zur größeren Fusion zwischen Time Warner und dem Online-Dienst AOL nicht zu gefährden.

Auch Bertelsmann strebt im Musikgeschäft Platz eins in der Welt an. Die Gütersloher setzen dabei erklärtermaßen nicht nur auf organisches Wachstum, sondern auch auf das Internet sowie Fusionen und Übernahmen.

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