Sonntag, 31. Mai 2020

Tarifstreit Amazon-Mitarbeiter streiken - Verdi will den Weihnachtsmann ausbremsen

Amazon-Lager in Bad Hersfeld: Der Versandhändler Amazon lehnt die Tarifverträge des Versandhandels ab - und orientiert sich statt dessen an der schlechter bezahlten Logistik-Branche

Die Gewerkschaft Verdi will den weltgrößten Versandhändler Amazon mit neuen Streiks dazu bewegen, die Tarifregeln des Einzel- und Versandhandels zu übernehmen. Der US-Konzern, der niedrigere Gehälter zahlt, muss mit weiteren Protesten im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnen.

Düsseldorf - Die Gewerkschaft Verdi will mit neuen Streiks vor Weihnachten den weltgrößten Versandhändler Amazon Börsen-Chart zeigen zum Einlenken im Streit um einen Tarifvertrag zwingen. Rund 300 Beschäftigte legten seit Mitternacht im Verteilzentrum im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit nieder, wie eine Verdi-Sprecherin sagte. Bis zum Abend rechne die Gewerkschaft mit insgesamt bis zu 450 Streikenden.

Der US-Konzern muss mit weiteren Protesten im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnen: "Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten", kündigte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger an.

Amazon nimmt Logistikbranche als Maßstab - und nicht den Einzelhandel

Bereits im vergangenen Jahr hatte Verdi versucht, mit immer neuen Streikaufrufen im wichtigen Weihnachtsgeschäft die Auslieferung von Paketen zu bremsen.

Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Der Tarifkonflikt dauert bereits seit Ostern 2013 an. Amazon betont immer wieder, die Mehrheit der rund 9000 Festangestellten folge den Streikaufrufen nicht.

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la/dpa

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