Schneller als geplant Apollo-Chef Leon Black tritt ab

Einer der einflussreichsten und bestverdienenden Manager der Wall Street beendet seine Karriere. Der im Epstein-Skandal belastete Apollo-Mitgründer Leon Black gibt alle Posten in der Private-Equity-Firma sofort ab.
Wall-Street-Größe: Apollo-Mitgründer Leon Black

Wall-Street-Größe: Apollo-Mitgründer Leon Black

Foto: Lucy Nicholson / REUTERS

Der Finanzinvestor Apollo Global Management beendet die Ära Leon Black. Der 69-Jährige, der die Private-Equity-Firma 1990 mitgegründet hatte, sei mit sofortiger Wirkung von seinen Posten als Vorstands- und Aufsichtsratschef zurückgetreten, teilte Apollo am Montag in einem Schreiben an die Börsenaufsicht SEC  mit.

Als Vorstandschef übernimmt Mitgründer Marc Rowan (58). Dies sei Teil einer bereits im Januar angekündigten, geordneten Übergabe. Damals hatte Black erklärt, sich als CEO bis zum Sommer zurückzuziehen, nachdem ein von Apollo beauftragter Untersuchungsbericht der Anwaltskanzlei Dechert ihm enge finanzielle Beziehungen zu dem Vermögensverwalter und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nachwies, der 2019 in Haft Selbstmord beging. Black soll in den fünf Jahren bis 2017 insgesamt 158 Millionen Dollar an Epstein gezahlt haben, wobei die als "finanzieller Rat" deklarierte Gegenleistung teils unklar war. Black betonte, dass der Bericht keine Hinweise enthielt, dass er von Epsteins kriminellen Aktivitäten wusste oder darin einbezogen war. Dennoch überschattete die Kritik an seiner Epstein-Connection zuletzt sein Wirken an der Spitze von Apollo.

Nicht nur der Chefwechsel wird beschleunigt. Auch vom Vorsitz des Aufsichtsrats, den er nach bisherigem Stand behalten wollte, hat sich Black zurückgezogen. Dort springt der frühere SEC-Chef Jay Clayton ein. Zwei weitere Mitglieder wurden neu in das Gremium berufen, das künftig zu zwei Dritteln aus unabhängigen Aufsichtsräten bestehen soll, wie die "FT"  (€) zuerst berichtete.

"Die besten Tage von Apollo liegen noch vor uns"

"Zeit ist kostbar", begründete Black seinen schnellen Rückzug ins Privatleben. Er verwies auf Gesundheitsprobleme, auch die seiner Frau Deborah, die einen nahen Angehörigen an die Covid-Pandemie verloren habe. Außerdem wolle er sich "meinen vielen anderen Interessen" zuwenden. Black, dessen Privatvermögen von "Bloomberg" auf knapp 10 Milliarden Dollar geschätzt wird, fiel in der Vergangenheit vor allem als Kunstsammler auf, der auf Auktionen teils Rekordpreise wie 120 Millionen Dollar für das 2012 erworbene Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch zahlte.

Er beabsichtige, sein Aktienpaket von rund einem Fünftel der börsennotierten Firma zu behalten und ihr "größter Unterstützer" zu bleiben. Der Zeitpunkt zum Abtritt sei auch deshalb gut gewählt, weil Apollo sich finanziell in bester Verfassung befinde. Im vergangenen Jahr zahlte Apollo gut 185 Millionen Dollar an Leon Black, hauptsächlich als Dividende - eines der höchsten Einkommen an der Wall Street, übertroffen nur von Blackstone-Rivale Stephen Schwarzman.

Die Private-Equity-Gesellschaft Apollo, die laut dem jüngsten Zwischenbericht von Oktober ein Vermögen von 433 Milliarden Dollar verwaltet, verkündete Anfang März den geplanten Zusammenschluss mit ihrer Versicherungstochter Athene, die bislang separat an der Börse auftritt. Die "FT" vergleicht  das entstehende Gebilde mit der Holding Berkshire Hathaway von Starinvestor Warren Buffett (90), äußert aber auch Zweifel am Nutzen der Fusion. Apollo und Athene waren auch im Gespräch als Retter von Teilen der insolventen Finanzgruppe Greensill. Die Verhandlungen darüber sind jedoch laut Insidern Mitte März geplatzt, weil mit einer Beteiligung von JPMorgan der Griff auf die attraktive Greensill-Technologieplattform Taulia vom Tisch war.

"Wir haben nicht nur eine umwälzende Fusion mit Athene verkündet, sondern erwarten auch, dass unsere Ergebnisse im ersten Quartal den Analystenkonsens in allen relevanten Maßstäben übertreffen werden", erklärte Black. Er "glaube fest daran, dass die besten Tage von Apollo noch vor uns liegen".

ak
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.