Rücktritt einer Private-Equity-Legende Apollo-Gründer Leon Black stürzt über Epstein-Connection

Vor gut 30 Jahren gründete Leon Black die Private-Equity-Firma Apollo und machte sie seither zu einer der größten weltweit. Jetzt muss Black jedoch den Chefposten abgeben – eine unglückliche Geschäftsbeziehung wurde publik.
Foto: Lucy Nicholson/ REUTERS

Spätfolge einer fatalen Verbindung: Leon Black (69), Mitgründer und Chef des US-Private-Equity-Riesen Apollo Global Management, wird im Zusammenhang mit dem Kontakt, den er zum früheren Investmentbanker und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte, seinen Chefposten bei Apollo aufgeben. Das gab Black am Montag bekannt, nachdem die US-Anwaltskanzlei Dechert LLP das Verhältnis der beiden Männer unter die Lupe genommen hat.

Wie die Dechert-Untersuchung ergab, hatte Black nichts mit Epsteins kriminellen Handlungen zu tun. Der Apollo-Chef habe Epstein lediglich für dessen Steuer- und Vermögensberatung entlohnt, die er in Anspruch genommen habe, berichtet Reuters.

Nachfolger Blacks, der Apollo vor mehr als 30 Jahren federführend gegründet und inzwischen zu einer der weltweit größten Firmen im Private-Equity-Geschäft gemacht hat, wird Co-Gründer Marc Rowan (58) als neuer CEO. Black werde jedoch weiterhin als Aufsichtsratschef des Unternehmens fungieren.

Mit dem Schritt zieht Black die Konsequenzen aus der Belastung, die seine publik gewordene Verbindung zu Epstein für Apollo geworden war. Laut Reuters hatten sich Investoren zurückgezogen, seit die "New York Times " im Oktober vergangenen Jahres erstmals über das Thema berichtet hatte. Die Aktien von Apollo stehen seither ebenfalls latent unter Druck, während Papiere direkter Konkurrenten – etwa von KKR, Blackstone oder Carlyle – zweistellige Kursgewinne erzielten.

Hintergrund: Der frühere US-Investmentbanker Jeffrey Epstein war bereits in den 1990er-Jahren erstmals wegen sexueller Vergehen angeklagt und verurteilt worden. 2019 wurde Epstein erneut verhaftet. Mit dem Vorwurf, er habe einen Ring zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger unterhalten, sollte ihm der Prozess gemacht werden. Epstein starb jedoch im Vorfeld des Prozesses, laut Obduktionsbericht durch Suizid.

Die "New York Times " hatte im Oktober 2020 einen Bericht über die geschäftliche Beziehung zwischen Apollo-Chef Black und Epstein veröffentlicht. Darin hieß es, Black habe Epstein mindestens 50 Millionen Dollar an Beratungshonorar gezahlt. Der Private-Equity-Manager, dem "Forbes" ein Privatvermögen von 8,2 Milliarden Dollar zuschreibt, habe die Dienste seines zweifelhaften Beraters auch noch in Anspruch genommen, als sich bereits die meisten anderen Klienten von Epstein abgewandt hätten.

Mit einem verwalteten Vermögen von eigenen Angaben zufolge zuletzt rund 433 Milliarden Dollar zählt Apollo Global Management zu den größten Investoren auf dem Private-Equity-Markt weltweit. Apollo verwaltet Gelder von hunderten von Investoren in dutzenden Ländern, heißt es auf der Website des Unternehmens. Die Investments des Finanzriesen erfolgen zu beinahe zwei Dritteln in den USA und zu knapp einem Fünftel in Europa.

cr
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