Auftakt der COP27 in Ägypten Guterres warnt vor "kollektivem Selbstmordpakt"

Zum 27. Mal treffen sich die Vereinten Nationen zur Weltklimakonferenz. Uno-Generalsekretär Guterres fand zum Auftakt eindringliche Worte. Entweder gebe es einen "Klimasolidaritätspakt oder einen kollektiven Selbstmordpakt".
"Kollektiver Selbstmordpakt": Uno-Generalsekretär António Guterres (73) mahnt Staats- und Regierungschefs zum Handeln

"Kollektiver Selbstmordpakt": Uno-Generalsekretär António Guterres (73) mahnt Staats- und Regierungschefs zum Handeln

Foto: © Denis Balibouse / Reuters/ REUTERS

Zum 27. Mal trifft sich in dieser Woche die Weltgemeinschaft zur alljährlichen Klimakonferenz. Dieses Mal findet sie im ägyptischen Badeort Scharm al-Scheich statt. Am Montag und Dienstag halten mehr als 100 Staats- und Regierungschefs auf der COP27 Eröffnungsreden, auch Bundeskanzler Olaf Scholz wird erwartet.

Zum Auftakt der Veranstaltung hat Uno-Generalsekretär António Guterres (73) die angereisten Staats- und Regierungschefs gewarnt, dass diese ohne verstärkte Zusammenarbeit im Klimaschutz das Überleben der Menschheit aufs Spiel setzen. "Die Menschheit hat eine Wahl: kooperieren oder umkommen", sagte Guterres vor dem Plenum der Konferenz. Entweder gebe es einen "Klimasolidaritätspakt oder einen kollektiven Selbstmordpakt".

Die Probleme des Klimawandels zeigen sich auch verstärkt in Deutschland. Von Januar bis Ende Oktober ist es in diesem Jahr so warm gewesen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 140 Jahren in der Bundesrepublik. Diese Zwischenbilanz zog der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz.

Die Durchschnittstemperatur der zehn Monate gab der DWD mit 11,8 Grad an. Damit handele es sich um die wärmste Januar-Oktober-Periode, seit 1881 mit regelmäßigen Aufzeichnungen begonnen wurde. Bis 2030 wird Deutschland zudem voraussichtlich nicht die geplanten Klimaziele erreichen.

Ukrainekrieg dürfe nicht vom Klimawandel ablenken

"Wir sind im Kampf unseres Lebens und wir sind dabei, zu verlieren", sagte Guterres. Der Klimawandel sei "das bestimmende Thema unserer Zeit" und "die zentrale Herausforderung unseres Jahrhunderts", betonte Guterres.

Viele der heutigen Konflikte hingen mit "dem wachsenden Klimachaos" zusammen. So habe der Ukrainekrieg "die tief greifenden Risiken unserer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern" offengelegt. Der Krieg in der Ukraine und andere Krisen dürften daher "keine Entschuldigung für ein Zurückfallen" im Klimaschutz sein.

Guterres forderte einen Pakt zwischen den reichsten und den ärmsten Ländern der Welt, um den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen zu beschleunigen und die Bereitstellung von Finanzmitteln, um sicherzustellen, dass die ärmeren Länder ihre Emissionen reduzieren und mit den bereits eingetretenen Auswirkungen der Erwärmung fertig werden können.

Guterres sieht vor allem Probleme in China und in den USA

"Die beiden größten Volkswirtschaften – die Vereinigten Staaten und China – tragen eine besondere Verantwortung, sich gemeinsam für die Verwirklichung dieses Paktes einzusetzen", sagte er. Guterres forderte die Länder auf, sich darauf zu einigen, bis 2040 weltweit aus der Nutzung von Kohle, einem der kohlenstoffintensivsten Brennstoffe, auszusteigen, wobei die Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung dieses Ziel bis 2030 erreichen sollen.

Unmittelbar nach der Rede des Generalsekretärs betrat der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Muhammad bin Zayed al-Nahyan (61), die Bühne und erklärte, dass sein Land weiterhin fossile Brennstoffe fördern werde, solange ein Bedarf bestehe.

mje/ Reuters/ AP/ dpa
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