Sonntag, 13. Oktober 2019

Die tägliche Wirtschaftsglosse Ölbohren mit Apple

Nachdem Apple jetzt Microsoft beim Börsenwert abgehängt hat, stehen Firmenchef Steve Jobs auf dem Weg ganz an die Spitze nur noch zwei Unternehmen im Weg. Am Ende des Tages wird es keine Alternative zu einer Fusion mit Wal-Mart und Exxon Mobil geben.

Der ewige Zweite hat es endlich geschafft. Die coole Spielzeugfirma Apple Börsen-Chart zeigen hat Microsoft Börsen-Chart zeigen beim Börsenwert abgehängt. Tschakka. Aber wer Apple-Chef Steve Jobs kennt, weiß, dass das diesem Mann nicht reichen wird. Denn das allerwertvollste Unternehmen ist immer noch ein anderes - Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen, das sich unter anderem, man sagt es dieser Tage ungern, mit Ölförderung befasst. Und beim Umsatz hat ganz jemand anders die Nase vorn: Der Handelsriese Wal-Mart Börsen-Chart zeigen.

Maren Hoffmann
Maren Hoffmann
Was also ist für Jobs der nächste logische Schritt, um endlich auf allen Gebieten die echte, unangreifbare Nummer eins zu werden? Eigentlich kann er nur eines tun: Mit Wal-Mart und Exxon Mobil fusionieren. Ein solcher Zusammenschluss würde für alle drei Firmen großartige Synergieeffekte zeitigen und wäre kartellrechtlich völlig problemlos. Und es gibt auch schon untrügliche Zeichen dieser Entwicklung: Seit wenigen Tagen bekommt man bei Wal-Mart schon iPhones für unglaublich schlappe 97 Dollar. Wenn das nicht der Anfang von etwas viel, viel Größerem ist.

Und was Exxon Mobil angeht, muss man nur logisch denken und ein bisschen rechnen können. Nehmen wir das iPad, dessen Verkauf jetzt in Deutschland anrollt; vorsichtigen Prognosen zufolge möchte jeder Bundesbürger in den kommenden 48 Stunden zwanzig bis dreißig dieser Geräte erwerben. Der 18,97 mal 24,28 Zentimeter große Touchcomputer ist die logische Weiterentwicklung des iPhone. Es übersteigt dessen Maße um einen Faktor von 3,05 in der Höhe und 2,1 in der Breite.

Die Wirtschaftsglosse im manager magazin
Jeden Freitag eröffnen Autoren aus der Print- und Onlineredaktion von manager magazin einen anderen Blickwinkel auf das Wirtschaftsgeschehen: Weniger kursrelevant, aber am Ende des Tages umso unterhaltsamer.
Wenn man diese Berechnung sinnvoll fortführt, darf man bei der nächsten Apple-Neuheitenvorstellung am 7. Juni beim Entwicklertreffen Wwdc in San Francisco mit einem gerade noch tragbaren Gerät von 57,85 mal 50,98 Zentimetern Größe rechnen. Das klingt erst einmal harmlos. Aber bei einer Fortsetzung dieser Entwicklung wird es keine fünf Jahre dauern, bis die neuesten Apple-Gadgets Ausmaße von 152 mal 92 Metern haben werden. Zum Vergleich: Eine Ölbohrplattform wie zum Beispiel das Modell Deepwater Horizon misst 121 mal 78 Meter. Noch Fragen?

Wir können also fest damit rechnen, dass es bereits in wenigen Jahren in gut sortierten Supermärkten intelligente, bedienungsfreundliche Plattformen in vernünftiger Größe zu kaufen geben wird, auf denen selbstverständlich, dafür wird Exxon sorgen, auch eine sichere und total umweltfreundliche Ölbohr-App laufen kann. Und Wal-Mart wird dafür Sorge tragen, dass die Geräte trotzdem verbrauchernah bleiben. Wenn Jobs' Entwickler die Marktreife bis 2014 schaffen (bei der Größe des Gerätes ist nicht damit zu rechnen, dass sie sie versehentlich in irgendwelchen Biergärten liegen lassen), könnte man etwa darüber nachdenken, ob man nicht doch noch die dann in Brasilien geplante Fußball-WM einfach als weitere App laufen lässt. Schließlich würde die Spielfläche eines großzügigen Stadions locker draufpassen.

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