Hauptversammlung Allianz will mit Gemeinschaftsfirma Großversicherer in Afrika werden

Die Allianz will mit einem neuen Gemeinschaftsunternehmen zu einem führenden Versicherer Afrikas aufsteigen. Das Joint Venture mit dem südafrikanischen Versicherer Sanlam soll größter panafrikanischer Versicherer sein.
Allianz-Konzernchef: Fast vier Milliarden Euro hat Oliver Bäte wegen des Fondsskandals in den USA zurückgestellt

Allianz-Konzernchef: Fast vier Milliarden Euro hat Oliver Bäte wegen des Fondsskandals in den USA zurückgestellt

Foto: Christof Stache / afp

Der Versicherungskonzern Allianz will mit einem neuen Gemeinschaftsunternehmen zu einem führenden Versicherer Afrikas aufsteigen. Das Joint Venture mit dem südafrikanischen Versicherer Sanlam soll in 29 Ländern tätig und größter panafrikanischer Versicherer sein, wie die Allianz am Mittwoch während der Hauptversammlung mitteilte.

Ausgenommen ist Sanlams Heimatmarkt Südafrika, eine der größten Volkswirtschaften des Kontinents. "Afrika hat enormes Wachstumspotenzial, die Marktdurchdringung mit Versicherungen ist vergleichsweise gering", sagte Vorstandschef Oliver Bäte (57) bei der Hauptversammlung des Unternehmens. Bislang spielt Afrika für die Allianz keine große Rolle – laut Geschäftsbericht 2021 war das Unternehmen dort in lediglich neun Ländern vertreten.

Auf der anderen Seite des Atlantiks hofft Bäte, in näherer Zukunft ein Milliardenproblem in den USA abarbeiten zu können. US-Großkunden machen die Vermögensverwaltung Allianz Global Investors (AGI) für Milliardenverluste im Frühjahr 2020 verantwortlich. Verfahren eingeleitet hatten sowohl die US-Wertpapieraufsicht SEC als auch das Justizministerium in Washington. "Wir wollen in Kürze das Thema abschließen", sagte Bäte.

Diese Untersuchungen laufen nach seinen Worten noch, ebenso wie Vergleichshandlungen mit einigen Klägern. "Am heutigen Tag – da muss ich Sie allerdings noch einmal um Verständnis bitten – können wir zu dem möglichen Ausgang und den weiteren Belastungen noch keine Angaben machen."

Fast vier Milliarden Euro hat Konzernchef Oliver Bäte wegen des Fondsskandals in den USA zurückgestellt. Es könnte auch deutlich teurer werden. Intern bereitet man sich mit diversen Anwaltskanzleien auf harte Auseinandersetzungen vor, wie das manager magazin jüngst berichtete. 

Die interne Prüfung hat nach Worten von Aufsichtsratschef Michael Diekmann (67) bislang keinen Hinweis auf Pflichtverletzungen von Vorstandsmitgliedern ergeben.

sio/dpa