Air France-KLM-Aktie auf Rekordtief Niederlande verwerfen Sanierungsplan von KLM

Wie die Lufthansa, muss sich auch der Wettbewerber Air France-KLM mit staatlichen Auflagen für Krisenhilfe herumschlagen. Den Niederlanden reicht der Sparplan der Airline nicht aus. Die Aktie fällt auf ein Rekordtief.
KLM-Flugzeug landet am 23. Oktober in Berlin-Tegel

KLM-Flugzeug landet am 23. Oktober in Berlin-Tegel

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die niederländische Regierung hat am Freitag den als Auflage für Staatshilfen vorgelegten Sanierungsplan der Fluggesellschaft KLM zurückgewiesen. Dem Finanzministerium von Wopke Hoekstra (45) reichten die Sparzusagen nicht aus, erklärten verschiedene mit den Verhandlungen vertraute Quellen. Auslöser des Schritts sei die Weigerung der Gewerkschaften, einer Einfrierung der Gehälter bis 2025 zuzustimmen. Noch am Freitag begannen Notgespräche zwischen Gewerkschaft und Firmenleitung, berichtete die Zeitung "De Telegraaf".

Die Mutterholding Air France-KLM warnte am Freitag nach einem Milliardenverlust im Sommerquartal vor noch schwierigeren Zeiten. Die wieder zunehmenden Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie würden die Passagierzahlen noch stärker einbrechen und das Kapitalpolster schneller schmelzen lassen, warnte Finanzchef Frédéric Gagey (64) am Freitag. Im vierten Quartal werde Air France weniger als 35 Prozent der Vorjahreskapazität anbieten. Bei KLM sei die Lage nur wenig besser.

Für die Sommermonate, in denen Airlines normalerweise am meisten Geld verdienen, stand bei Air France-KLM ein Betriebsverlust von 1,05 Milliarden Euro zu Buche. "Die allmähliche Schließung der Grenzen ab der zweiten Augusthälfte und das Wiederaufflammen der Pandemie haben das Ergebnis stark beeinflusst", sagte Air-France-KLM-Chef Ben Smith (49). Die französisch-niederländische Fluggesellschaft hat nach staatlichen Rettungspaketen noch 12,4 Milliarden Euro an Liquidität. Doch allein zwischen Juni und September verbrannte sie 1,22 Milliarden Euro an Barmitteln. Die Aktien von Air France-KLM  sackten um bis zu 6 Prozent ab auf ein Rekordtief von 2,61 Euro.

Konkurrenz geht es kaum besser

Bei der Konkurrenz ist die Lage nicht besser: Die japanische Fluggesellschaft Japan Airlines sagte am Freitag für das laufende Geschäftsjahr einen Rekordverlust von umgerechnet mindestens 2,7 Milliarden Euro voraus und will Flugzeuge außer Dienst stellen. Im Sommerquartal flog sie einen Fehlbetrag von umgerechnet 760 Millionen Euro ein.

Die British-Airways-Mutter IAG häufte zwischen Juni und September einen Betriebsverlust von 1,3 Milliarden Euro an. Kostensenkungen seien das oberste Ziel, um das Überleben des Konzerns zu sichern, sagte der neue Vorstandschef Luis Gallego (52) am Freitag. Zur IAG-Gruppe gehören neben British Airways auch Iberia und Vueling aus Spanien sowie die irische Aer Lingus.

Aktien der Japan Airlines verloren an der Börse in Tokio 3,7 Prozent. Besser schlugen sich die Anteilsscheine der IAG mit plus 2,1 Prozent. Lufthansa-Papiere  lagen mit 0,6 Prozent im Minus.

ak/reuters
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