Lufttauglichkeit entzogen Zwingt Bermuda russische Airlines zu Boden?

Ob Aeroflot, Pobeda oder Utair – die meisten Maschinen russischer Airlines sind auf Bermuda registriert. Dort haben Behörden den Flugzeugen jetzt die Lufttüchtigkeit und damit quasi den TÜV entzogen. 740 Maschinen sollen betroffen sein.
Lufttüchtigkeit entzogen: eine Maschine der russischen Airline Aeroflot

Lufttüchtigkeit entzogen: eine Maschine der russischen Airline Aeroflot

Foto: DENIS BALIBOUSE / REUTERS

Die Luftaufsichtsbehörde von Bermuda hat allen in dem britischen Überseegebiet registrierten russischen Flugzeugen die Lufttüchtigkeit aberkannt. Wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland sei sie nicht mehr in der Lage, die Maschinen zu überwachen und für lufttüchtig zu erklären, teilte die Bermuda Civil Aviation Authority (BCAA) am Samstag (Ortszeit) auf ihrer Internetseite mit . Die Anordnung trat demnach in der Nacht zu Sonntag in Kraft.

Ein großer Teil der Flugzeuge vieler russischer Airlines ist auf den Bermudas in einem Luftfahrtregister registriert, erkennbar an den Abkürzungen VP-B und VP-Q in den Kennzeichen der Maschinen. Betroffen sind demnach etwa zahlreiche Flugzeuge der staatlichen Airline Aeroflot und deren Tochtergesellschaften Rossija und Pobeda sowie von S7 Airlines und UTair. Zuvor hatte das Fachmagazin Aviation24.be darüber berichtet .

Offenbar 740 russische Maschinen betroffen

Dem Bericht zufolge sind 900 Flugzeuge in dem Register eingetragen, 740 seien russischen Luftfahrtunternehmen zuzuordnen, berichtet Aviation24.be  unter Berufung auf die Regierung von Bermuda. Premierminister David Burt habe demnach bestätigt, dass die Inselgruppe den Sanktionen Großbritanniens folgen wird: "Als Reaktion auf die russische Militärinvasion in der Ukraine haben viele Länder, darunter auch das Vereinigte Königreich, eine breite Palette von Sanktionen gegen die Russische Föderation eingeführt. Sobald die Sanktionen umgesetzt sind, gelten sie auch für Bermuda als Überseegebiet des Vereinigten Königreichs."

Der Entzug der Lufttüchtigkeit ist nur eine von mehreren Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. So hat die Europäische Union auch angeordnet, dass Russland keine Passagiermaschinen und Ersatzteile erhalten darf, die Maschinen dürfen zudem nicht mehr gewartet und versichert werden. Leasingverträge mit russischen Airlines müssen bis Ende März aufgekündigt werden. Auch das dürfte Airlines wie Aeroflot, die fast ausschließlich auf Flugzeuge von Airbus und Boeing setzen, hart treffen.

rei/DPA