Angeschlagener Immobilienkonzern Gericht bestellt KPMG als Adler-Bilanzprüfer

Eigentlich wollte KPMG für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 des Immobilienkonzerns Adler nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zur Verfügung stehen. Nun wurde die Gesellschaft jedoch per Gerichtsbeschluss bestellt, um den Abschluss für die deutsche Tochter Adler Real Estate zu prüfen.
Ungewollter Prüfauftrag: Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG

Ungewollter Prüfauftrag: Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG

Foto: BENOIT TESSIER / REUTERS

Beim angeschlagenen Immobilieninvestor Adler wächst die Hoffnung, dass er doch noch einen Wirtschaftsprüfer für seinen Jahresabschluss für das abgelaufene Jahr findet. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg habe KPMG zum Abschlussprüfer für die deutsche Tochter Adler Real Estate bestellt, teilte diese am Montagabend mit.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG hatten der Adler Group das Testat für den Jahresabschluss 2021 verweigert und wollten auch das Mandat für 2022 nicht annehmen. Auch alle anderen großen Wirtschaftsprüfer hatten abgewinkt. Mit dem Antrag beim Amtsgericht auf eine gerichtliche Bestellung hatte Adler die Hoffnung verbunden, dass sich KPMG dann auch der luxemburgischen Mutter annehmen werde.

Ob KPMG dem Prüfauftrag nun nachkommt, ist aber weiterhin offen. "Die gerichtliche Bestellung bedarf der Annahme des Prüfungsmandats durch die KPMG AG", erklärte Adler Real Estate. Ob KPMG das tun werde, wisse man nicht. Eine geprüfte Bilanz ist aber Voraussetzung für die milliardenschweren Kredite, die Adler aufgenommen hat.

Mit einer wichtigen Gläubigergruppe hatte sich Adler darauf geeinigt, dass der Jahresabschluss für 2022 erst im Dezember 2023 und nicht, wie eigentlich gefordert, bis April 2023 vorgelegt werden muss.

hr/reuters

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