Basketball-Star O'Neal greift zu Die Logik hinter dem Reebok-Verkauf von Adidas

Mit Reebok hatte Adidas von Beginn an wenig Freude. Seit Langem versuchen die Herzogenauracher, die US-Tochter wieder loszuwerden. Jetzt haben sie endlich einen Käufer gefunden, bei dem ein echter Superstar mitmischt.
"Ich bringe Reebok zurück zum Basketball und zum Fitnessmarkt": Basketball-Star Shaquille O'Neal ist an Authentic Brands beteiligt

"Ich bringe Reebok zurück zum Basketball und zum Fitnessmarkt": Basketball-Star Shaquille O'Neal ist an Authentic Brands beteiligt

Foto: Paras Griffin / Getty Images for Pepsi Stronger Together

Der US-Sportartikelkonzern Reebok kommt wieder in amerikanische Hände. Reebok-Eigentümer Adidas verkauft die Marke für bis zu 2,1 Milliarden Euro an das US-Unternehmen Authentic Brands (ABG), wie der fränkische Sportbekleidungshersteller am Donnerstag mitteilte. Der Preis ist deutlich höher als der Wert, mit dem Reebok noch in der Bilanz von Adidas steht. Ein Teil davon hängt aber vom Erfolg von Reebok in der Zukunft ab und wird später gezahlt.

Mit dem Verkauf an ABG düpiert Adidas-Chef Kasper Rorsted (59) das Reebok-Management. Das hatte nach Informationen des manager magazins einen Verkauf an einen anderen Hersteller oder an einen Finanzinvestoren bevorzugt.

Jamie Salter, Gründer und Chef von ABG, hatte zuletzt nach der Übernahme von Marken wie des Tennislabels Prince deren Management reduziert und entmachtet und sich auf die Einnahmen aus Lizenzen konzentriert. Zum Kauf von Reebok sagte er, es sei "eine Ehre, mit der Fortführung des Erbes von Reebok betraut zu werden". Er wolle den "Innovationsgeist (...) bewahren".

ABG hat sich ein Portfolio von Modemarken zusammengekauft und strebt an die New Yorker Börse. Bei Reebok hatten sich die Amerikaner in den vergangenen Tagen nach mm-Informationen gegen den Finanzinvestor CVC (Breitling, Douglas, Tipico) durchgesetzt, der einen niedrigeren Kaufpreis, dafür aber ein anderes Entwicklungskonzept für die Marke vorgelegt hatte.

Adidas wird wohl eine Milliarde Euro in bar erhalten

Adidas teilte mit, dass ABG bei Vollzug der Transaktion den "Großteil des Kaufpreises" von bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar zahlen werde. Nach Informationen von manager magazin standen zuletzt rund eine Milliarde Euro im Raum, die Adidas bar erhalten werde. Die Summe wollen die Deutschen dann zum größten Teil an ihre Aktionäre weitergeben. Welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Adidas am Ende tatsächlich 2,1 Milliarden Euro erlöst, teilte der Konzern nicht mit.

Adidas hatte Reebok 2006 für 3,8 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) gekauft, im Februar dieses Jahres aber offiziell zum Verkauf gestellt. In den 15 Jahren der Zusammenarbeit hatte die US-Marke nie den Beitrag zum Konzerngewinn leisten können, den sich die Käufer zunächst vorgestellt hatten.

Von Reebok hatte es seinerseits Klagen gegeben, Adidas entwickele die eigene Marke weiter und kümmere sich zu wenig um die Zweitmarke. Schon vor längerer Zeit hatte sich Adidas für insgesamt 400 Millionen Euro von kleineren Geschäftsteilen getrennt, die damals mitgekauft worden waren.

Hinter AGB steht Ex-Basketballstar Shaquille O'Neil

In den vergangenen Monaten hatte sich ein illustrer Kreis von Bietern um Reebok bemüht, die Interessen waren jedoch erst jetzt mit AGB zusammengekommen. Zu den Eigentümern von AGB gehört US-Basketball-Ikone Shaquille O'Neal (49), der 2020 gesagt hatte, wenn Adidas Reebok nicht mehr haben wolle, sollte der Konzern die Marke an ihn verkaufen: "Ich bringe Reebok zurück zum Basketball und zum Fitnessmarkt."

Der Tag im Überblick

O'Neal war einst der wichtigste Markenbotschafter von Reebok und bescherte dem Konzern großen Erfolg. Nach Aussage von Nick Woodhouse, Chief Marketing Officer von ABG, drängte vor allem O'Neal ABG dazu, die Marke zu kaufen. Das berichtet der Branchendienst Footwear News.

Während seiner 19 Jahre andauernden Karriere hat der 2,16 Meter große O'Neal etwa 300 Millionen Dollar verdient. Dank zahlreicher Werbeverträge, Einnahmen aus seiner Musikkarriere und erfolgreicher Geldanlagen wird sein Vermögen inzwischen auf rund 400 Millionen Dollar geschätzt. O'Neal hat beispielsweise in Google und Apple investiert. Heute finanziert er unter anderem E-Sports-Firmen und ist bei der US-Fastfood-Kette Papa John's und der Donutkette Krispy Kreme sowie verschiedenen großen Immobilienprojekten engagiert. Bereits während seiner Zeit als Profisportler erwarb O'Neal einen MBA-Abschluss.

cr, soc, cn, mg/Reuters, dpa-afx
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