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Absteiger 999 Stunden

Wie Lederer büßen muss
aus manager magazin 11/2008

Jahrelang musste man sich hüten, Klaus Lederer, den Pleitier, ehemaligen Babcock- und HDW-Chef, offen als Tunichtgut zu titulieren. Erst jüngst hat ein Gericht die Grundlage geschaffen. Seitdem gilt als erwiesen, dass Lederer eine der größten deutschen Insolvenzen verschleppt hat.

Die düsteren Vorgänge haben den 60-Jährigen indes nicht nur um sein Ansehen gebracht. Das könnte der "Ruhr-Rambo" (siehe mm 11/2000), der es sich nach dem heimischen Fiasko im sonnigen Florida gemütlich gemacht hat, wohl wegstecken. Offenbar hat Lederer auch ein gutes Stück seines einst nicht geringen Vermögens verloren.

Jedenfalls kann Lederer die Geldstrafe von 250 000 Euro, die ihm die Richter neben einer zur Bewährung ausgesetzten Gefängnisstrafe auferlegt haben, nur in Raten zahlen. 100 000 Euro begleicht er sofort, den Rest verteilt auf die kommenden drei Jahre.

Insider wollen wissen, dass Lederer seinen Lebensstil in Amerika nicht den bescheidener gewordenen Umständen angepasst habe. Außerdem kam ihn ein Rechtsstreit mit dem ehemaligen Babcock-Aktionär Guy Wyser-Pratte (68) teuer zu stehen. Dessen Schadensersatzklage wurde von einem New Yorker Gericht zwar abgewiesen, kostete Lederer aber wohl rund eine Million Dollar an Anwaltshonoraren.

Keine guten Voraussetzungen für ein unbeschwertes Rentnerdasein; Lederer muss vermutlich weiter arbeiten - teilweise sogar ohne Bezahlung. Laut Gerichtsbeschluss hat Lederer drei Jahre lang jeweils 333 Stunden Büroarbeit bei einer Hilfsorganisation zu leisten.

Das deutsche Generalkonsulat in Miami soll die Erfüllung der Bewährungsauflage kontrollieren. Ob dort die Bereitschaft dazu besteht, ist allerdings fraglich. Thomas Werres

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