Insolvenz von Sberbank Europe Sberbank-Tochter pleite – rund 35.000 deutsche Anleger betroffen

Die Sberbank muss sich aus Europa zurückziehen – und wickelt ihre Europa-Tochter in einem Insolvenzverfahren ab. Rund 35.000 Kunden - fast ausschließlich aus Deutschland - werden durch die Einlagensicherung entschädigt.
Die Sberbank Europe AG sowie deren Tochtergesellschaften sind zahlungsunfähig. Etwa 35.000 Kunden werden jetzt entschädigt.

Die Sberbank Europe AG sowie deren Tochtergesellschaften sind zahlungsunfähig. Etwa 35.000 Kunden werden jetzt entschädigt.

Foto: DENIS LOVROVIC / AFP

Nach der Pleite der von Sanktionen betroffenen Europa-Tochter der russischen Sberbank werden etwa 35.000 Kunden entschädigt – vor allem in Deutschland. Von deren Einlagen in Höhe von einer Milliarde Euro seien 913 Millionen Euro durch die Einlagensicherung Austria (ESA) gesichert, teilte der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Mittwoch mit.

Da die Kunden fast ausschließlich aus Deutschland stammen und über die deutsche Filiale der Sberbank Europe AG geführt werden, übernehme aufgrund internationaler Abkommen die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) im Auftrag und auf Rechnung der ESA die operative Abwicklung des Entschädigungsverfahrens. Je Kunde sind über diese gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt.

Die Sberbank Europe AG mit Sitz in Wien ist eine 100-prozentige Tochter der mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Sberbank in Moskau. In Deutschland ist die Sberbank Europe über eine rechtlich unselbstständige Zweigniederlassung tätig und tritt dort unter der Handelsmarke Sberbank Direct auf.

Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte in der Nacht zum Mittwoch der Sberbank Europe AG mit sofortiger Wirkung die Fortführung des Geschäftsbetriebs untersagt. Die Bankaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte zuvor festgestellt, dass Anleger bei dem Institut nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine erheblich Geld abgezogen hatten und der Sberbank Europe AG sowie deren Tochtergesellschaften in Kroatien und in Slowenien möglicherweise die Zahlungsunfähigkeit drohe.

dri/dpa-afx