Boom des Online-Handels 1,8 Milliarden Pakete – Rekordgewinn für die Deutsche Post

Der Paketboom im Online-Handel und eine hohe Nachfrage nach anderen Logistik-Diensten haben für den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte der Deutschen Post gesorgt.
Paket-Boom: Die Deutsche Post profitierte 2021 von der Coronakrise

Paket-Boom: Die Deutsche Post profitierte 2021 von der Coronakrise

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Die Deutsche Post hebt nach einem Rekordergebnis im vergangenen Jahr die Dividende deutlich an. Zudem verkündete der Bonner Konzern einen weiteren Aktienrückkauf. Für das laufende Jahr zeigte sich Post-Chef Frank Appel (60) allerdings vorsichtig: Er erwartet nach einem Gewinnsprung für 2022 nur noch ein stagnierendes operatives Ergebnis (Ebit) von acht Milliarden Euro – mit einer möglichen Abweichung von fünf Prozent nach oben oder nach unten. Die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine seien in der Prognose nicht enthalten. Mittelfristig will der Konzern seinen Gewinn weiter steigern: Das Ebit soll auf rund 8,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 zulegen.

Der Paket-Boom in der Coronakrise und der anziehende Welthandel hatten die Post 2021 zu Rekord-Ergebnissen getragen. "Nie zuvor hat Deutsche Post DHL Group weltweit so viele Frachtgüter, Expresssendungen und Pakete transportiert", sagte Appel. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) war im abgelaufenen Jahr auf von 4,8 auf acht Milliarden Euro in die Höhe geschossen, unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 5,0 Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Umsatz des Logistikkonzerns kletterte im Gesamtjahr um 22,5 Prozent auf 81,7 Milliarden Euro, über 60 Milliarden Euro davon fuhr die Post abseits des deutschen Heimatmarktes ein. "Alle fünf Geschäftsbereiche haben zur besten Geschäftsentwicklung aller Zeiten beigetragen", erklärte die Post. Allein die Frachtsparte konnte den operativen Ertrag mehr als verdoppeln. Die Dividende soll nun von 1,35 Euro je Aktie auf 1,80 Euro je Aktie steigen. Darüber hinaus verkündete die Post ein neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro. Die Post hatte bereits im vergangenen Jahr ein Aktienrückkaufprogramm in einer Höhe von bis zu einer Milliarde Euro in die Wege geleitet.

"Wir sind optimistisch, dass Welt- und Onlinehandel weiter wachsen werden – aber nicht mehr so stark wie im Vorjahr", sagte Appel mit Blick auf 2022: "Der Ausblick bleibt auch ausgehend von der erreichten neuen Flughöhe positiv." Die Auswirkungen des Konflikts in Osteuropa auf das globale Wirtschaftswachstum und die weltweiten Transportmärkte seien aber derzeit schwer abzuschätzen. "Entsprechend intensiv beobachten wir die Entwicklungen und mögliche daraus entstehende Geschäftsrisiken", sagte der Post-Chef.

Auch Konkurrenten wachsen rasant

Der Paket-Boom bescherte auch Konkurrenten der Post ein rasantes Wachstum. Der Logistikriese UPS hatte im vierten Quartal vor allem aufgrund florierender Geschäfte im US-Heimatmarkt den Umsatz um 11,5 Prozent auf 27,8 Milliarden Dollar gesteigert. Der operative Ertrag kletterte auf 3,9 Milliarden Dollar. UPS will nun weiter auf Wachstumskurs steuern. Auch Wettbewerber FedEx hatte in der Vergangenheit steigende Umsätze gemeldet.

hr/dpa, Reuters