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Marleen Gründel

Der Mittwoch im Überblick Familienunternehmen, Führungskräfte und Freizeitfotografen

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit ambitionierten Schmuckerben, fiesen Führungskräften und unbekannten Internetstars.

Die Firma Wempe ist mit einem Jahresumsatz von rund 560 Millionen Euro Deutschlands größter Schmuck- und Uhrenhändler. Wer die Filialen am Hamburger Jungfernstieg oder der New Yorker 5th Avenue mit der Security vor der Tür kennt, vermutet ein traditionelles Geschäft, das Kundinnen und Kunden vorzugsweise mit prall gefülltem Geldbeutel und angemessener Kleidung betreten sollten.

Chiara und Scott Wempe, beide Anfang 20, möchten dieses Vorurteil abbauen. Sie sind die fünfte Generation des vor 144 Jahren gegründeten Familienunternehmens und schon als Kinder häufig in der Hamburger Firmenzentrale unterwegs gewesen. Nun haben beide die ersten Studiengänge abgeschlossen und sind in die Unternehmensführung von Wempe eingestiegen. Chiara, zuständig für Marketing, will vor allem die Hemmschwellen für die jüngere Kundschaft abbauen. IT-Experte Scott setzt sich im Unternehmen gegen soziale Ungleichheit ein und fördert Menschen aus finanzschwachen und nicht akademischen Familien.

Mutter und Unternehmenschefin Kim-Eva Wempe will ihren beiden Kindern genügend Zeit geben, das Unternehmen kennenzulernen und sich frei entscheiden zu können, ob sie die Firma wirklich leiten wollen. Unserer Kollegin Michelle Mussler haben die drei in ihrem ersten gemeinsamen Interview erzählt , was die Mutter von ihren Kindern lernt, wie sich die Geschwister bei Meinungsverschiedenheiten einigen und warum sie eine Explosion der Preise erwarten.

Geballte Familienpower: Unternehmenschefin Kim-Eva Wempe (m.) mit ihren Kindern Scott und Chiara

Geballte Familienpower: Unternehmenschefin Kim-Eva Wempe (m.) mit ihren Kindern Scott und Chiara

Foto: C. Barz

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Höhere Inflation, höhere Löhne: Der Autobauer Volkswagen verdient prächtig, gleichzeitig leiden die Angestellten unter der hohen Inflation. Die Gewerkschaft IG Metall fordert daher für die rund 125.000 Beschäftigten rund 8 Prozent mehr Lohn. Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften beginnen im Oktober.

  • Mehr Elektro, weniger Verbrenner: Der Autozulieferer Mahle, historisch eigentlich in der Welt der Verbrennungsmotoren zu Hause, hat einen neuen E-Motor vorgestellt, der den "Weg frei macht für die Ablösung des Verbrenners in allen Fahrzeugklassen". Der Motor soll deutlich kleiner und ausdauernder sein als vergleichbare Modelle. Damit bekennt sich ein weiteres Unternehmen klar zum Elektroantrieb.

  • Starker Dollar, schwacher Goldpreis: Der Goldpreis ist mit 1765 US-Dollar je Feinunze auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr gefallen. Das Edelmetall leidet derzeit unter der Aufwertung des US-Dollars, der in Krisenzeiten von Anlegern als Reservewährung angesteuert wird.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Mehr Innovationen, weniger Bürokratie: Vielen innovativen Ideen in Deutschland droht das Aus, noch bevor sie das Potenzial haben, die Welt zu verändern. Die Bundesregierung will das mithilfe der Agentur für Sprunginnovationen ändern. Seit rund zweieinhalb Jahren beschäftigt sich Rafael Laguna de la Vera, der Leiter des Projekts, allerdings mehr mit Bürokratie als mit Innovationen. Nun soll ein neues Gesetz ihm mehr Freiheit verschaffen , wie unsere Kollegin Mirjam Hecking erfahren hat.

Das Neueste aus dem Harvard Business manager:

  • Mehr Forscher, mehr Entdeckungen: Die sogenannte mRNA-Technologie ist eine der größten wissenschaftlichen Durchbrüche unserer Zeit und spielt im Kampf gegen das Coronavirus eine Schlüsselrolle. Nun prüfen Pharmaunternehmen wie Biontech, Pfizer und Moderna, ob sie ihre Technologie künftig auch als eine Art Plattform zur Entwicklung neuer Medikamente zur Verfügung stellen. So wie Google und Apple Programmierschnittstellen veröffentlichten, damit andere Firmen passende Software entwickeln konnten. Das hätte große Vorteile für die Pharmabranche, berichten unsere Kollegen vom Harvard Business manager .

Was Sie heute noch für Ihr Berufsleben lernen können:

  • Bessere Position, schlechteres Benehmen: Der Psychologe Jürgen Hesse ist der Meinung, dass ein großer Teil der deutschen Führungskräfte ungeeignet ist. "Mindestens die Hälfte ist leicht irre, es gibt aber auch schwere Fälle", sagt der Karriereexperte im Interview mit unserer Kollegin Maren Hoffmann. Die Ursachen dafür sieht Hesse vor allem in der Kindheit. Und im System: Chefinnen und Chefs, die ähnlich gestrickt sind, suchten sich bewusst oder unbewusst ähnlich tickende Zeitgenossen aus. Wie Unternehmen diese toxischen Führungskräfte erkennen, warum Mitarbeiter in solchen Fällen lieber die Flucht ergreifen sollten und warum wir hoffen können, dass alles besser wird, erfahren Sie hier.

Meine Empfehlung für den Abend:

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Foto: privat

Vielleicht ist dieses Hobby auch etwas für Ihren Feierabend? Viel Spaß und viele Grüße, Ihre Marleen Gründel

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