Lukas Heiny

manage:mobility Ein Apple-Star heuert bei VW an

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Themen der Woche:

  • Warum Volvo die Topleute weglaufen.

  • Apples Batteriechef wechselt zu Volkswagen.

  • Welche Pläne Audi und Porsche in der Formel 1 verfolgen.

Ich wünsche viel Spaß mit der neuen Ausgabe unseres wöchentlichen Mobility-Newsletters.

Top-Thema: Exodus bei Volvo

Getrennt: Volvos Finanzchefin Carla De Geyseleer verließ ihren Chef Håkan Samuelsson schon vor dem Börsengang

Getrennt: Volvos Finanzchefin Carla De Geyseleer verließ ihren Chef Håkan Samuelsson schon vor dem Börsengang

Foto: imago stock / imago images/Belga

Zum Ende seiner Karriere hat Håkan Samuelsson es endlich geschafft: Volvo an die Börse zu bringen. Die Investoren überzeugte er allerdings nur mühsam, und auch intern gibt es Probleme. Eine ganze Reihe von Führungskräften hat das Unternehmen entnervt verlassen, darunter auffallend viele Frauen. Meine Kollegin Margret Hucko hat mit einigen der Frustrierten gesprochen. O-Ton: "Er zerstört seine eigene Legende." Klingt anders als in der beworbenen Transformationsstory. Und neben der Kultur macht auch die Technik Probleme. Warum dem Volvo-Chef die Topleute davonlaufen. 

Köpfe: Soonho Ahn und Jörg Hoffmann ++ Birgit Dietze ++ Volker Wissing

  • Volkswagen castet sich ein Batterie-All-Star-Team zusammen , hat mein Kollegen Michael Freitag recherchiert. Mit dem bisherigen Batteriechef von Apple, Soonho Ahn, kommt ein Superstar der Szene, der mutmaßlich bislang am geheimnisvollen Apple-Car mitgearbeitet hat. Außerdem wechselt mit Jörg Hoffmann einer der führenden Batterieexperten von BMW nach Wolfsburg.

  • Birgit Dietze. Den Namen der Gewerkschafterin von der IG Metall wird auch Elon Musk bald kennen. Sie ist zuständig für Berlin, Brandenburg und Sachsen und damit für die neue Gigafactory, wo sich gerade ein Betriebsrat formiert. Noch sind die Details unklar. Aber Ärger ist garantiert.

  • Volker Wissing. Als künftiger Verkehrsminister soll der FDP-Politiker die Mobilitätswende steuern. Die Nachricht, dass er es wird, beinhaltet auch, dass es der Grüne Anton Hofreiter nicht wird.

Unternehmen: Volkswagen ++ Faraday Future ++ Ionity

Objekt der Begierde: Mit McLaren würde Audi-Chef Markus Duesmann gern einen Deal schließen

Objekt der Begierde: Mit McLaren würde Audi-Chef Markus Duesmann gern einen Deal schließen

Foto: Lars Baron / Getty Images
  • Über die Jahre haben die Volkswagen-Strategen immer mal wieder in geheimen Runden Formel-1-Szenarien durchgespielt. Dieses Mal werden sie von höchster Ebene gedeckt: Sowohl Audi als auch Porsche dürfen im Grand-Prix-Zirkus starten. Allerdings fehlt ihnen noch ein Team (es laufen Verhandlungen mit McLaren, Williams und Red Bull) als auch ein gemeinsamer (!) Motor. Volkswagens Doppelangriff auf die Formel 1. 

  • Carsten Breitfeld, der frühere BMW-Manager und CEO des schillernden Elektroautobauers Faraday Future, konnte gleich die ersten Quartalszahlen nach dem Spac-Börsengang im Sommer nicht präsentieren. Erstmal müssen intern Betrugsvorwürfe aufgearbeitet werden. Das brachte ihm jetzt eine Rüge der US-Börse ein – und den Aktienkurs ins Rutschen.

  • Wie von uns schon vor ein paar Wochen berichtet , führt die Investmentgesellschaft Blackrock die Kapitalerhöhung beim Ladesäulen-Joint-Venture Ionity an. Insgesamt fließen dem Unternehmen 700 Millionen Euro zu.

Deep Drive: Das Dokument der Woche

  • Ist natürlich: Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, den Sie hier im Wortlaut nachlesen können. Ein Best of daraus zum Thema Mobilität: Deutschland soll "Leitmarkt für Elektromobilität" werden – bis 2030 15 Millionen E-Autos (bis Ende 2022 voll weitergefördert) und 1 Million öffentliche Ladepunkte; die Deutsche Bahn bleibt samt Infrastruktur Staatskonzern; bis 2030 sollen Züge doppelt so viele Menschen transportieren und 25 Prozent mehr Güter; Mobilitätsanbieter sollen ihre Echtzeitdaten zur Verfügung stellen, um übergreifende Buchungen zu ermöglichen; ein Mobilitätsdatengesetz soll kommen; die Lkw-Maut wird ab 2023 CO2-differenziert; der öffentliche Nahverkehr mit Milliarden gefördert. Und ach ja: der Verbrennermotor soll verschwinden – ein konkretes Zieljahr wird zwar nicht genannt, aber "2035" steht im Kontext.

  • Wie gravierend die weltweit geplanten Fahr- und Zulassungsverbote den Markt verändern werden, zeigt eine Studie des Beratungshauses Berylls, die uns exklusiv vorliegt. Demnach sind mehr als 55 Prozent des Weltmarkts betroffen. Oder anders: 43 Millionen der 2020 verkauften Autos würden gar nicht mehr fahren dürfen.

Hintergrund: Die Abrechnung des Staranalysten

China-Effekt: "Die Modelle von Xpeng, Nio oder Li Auto sind digital so stark, dass die westliche Konkurrenz teilweise nicht mehr wettbewerbsfähig ist", sagt Porsche-Fan Arndt Ellinghorst

China-Effekt: "Die Modelle von Xpeng, Nio oder Li Auto sind digital so stark, dass die westliche Konkurrenz teilweise nicht mehr wettbewerbsfähig ist", sagt Porsche-Fan Arndt Ellinghorst

Foto:

PR

Seit fast zwei Jahrzehnten berät Arndt Ellinghorst Profi-Investoren zu ihren Auto-Investments. Jetzt wechselt der Staranalyst von Sanford C. Bernstein ins Management einer Softwarefirma – und rechnet zum Abschied mit der Branche ab. "Selbst wenn Tesla sehr schnell wächst, bleibt die Aktie überbewertet", sagt er etwa im Interview  meinem Kollegen Michael Freitag. Volkswagen empfiehlt er seinen Kunden gar nicht: zu kompliziert.

"You did, Mary": GM-Chefin Mary Barra

"You did, Mary": GM-Chefin Mary Barra

Foto: REUTERS / Mike Blake / REUTERS

Auf die Frage, wen er für die am meisten unterschätzte Führungsperson in der Autowelt hält, antwortete Ellinghorst übrigens: Mary Barra. Das scheint sich mit der Einschätzung von US-Präsident Joe Biden zu decken, der der General Motors-Chefin in der vergangenen Woche zurief: "You did, Mary. You electrified the entire automobile industry." Wir würden gern von Ihnen wissen: Wer ist aus Ihrer Sicht die am meisten unterschätzte Managerin oder der am meisten unterschätzte Manager der Mobilitätsbranche? Schreiben Sie uns: manage.mobility@manager-magazin.de 

Neue Mobilität: Autoflight ++ E-Roller

Schöne Vorstellung: Vision eines Autoflight-Flugtaxis

Schöne Vorstellung: Vision eines Autoflight-Flugtaxis

Foto: Autoflight
  • Die US-Stadt Miami, seit 2018 einer der Hotspots in Sachen Elektroroller, hat die leihbaren E-Scooter über Nacht von den Straßen verbannt. "We are shutting it down - that's it", zitiert der "Miami Herald"  den zuständigen Stadtoberen. Nun soll nächste Woche verhandelt werden.

Die Zahl der Woche: 220 Milliarden

So viel ist umgerechnet in Euro der chinesische Batteriehersteller CATL an der Börse wert. In dieser Woche war er zeitweise der viertwertvollste Konzern Chinas, übertrumpft nur noch von Tencent, Alibaba und dem Likörhersteller Kweichow Moutai.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Geisterfahrer der Woche

Robolegende: Aurora-Gründer Chris Urmson gewann die legendären Roboauto-Wettrennen des US-Militärs und führte Googles Auto-Einheit

Robolegende: Aurora-Gründer Chris Urmson gewann die legendären Roboauto-Wettrennen des US-Militärs und führte Googles Auto-Einheit

Foto: Drew Angerer / Getty Images

Als in der vergangenen Woche Berichte die Runde machten, dass Apple sein sagenumwobenes Elektroauto ab 2025 rein autonom fahrend auf den Markt bringen will, wurde Chris Urmson um eine Milliarde Dollar reicher. Der Kurs des vom Roboauto-Guru gegründeten Start-ups Aurora Innovation, seit wenigen Wochen überhaupt erst an der Börse, hatte sich fast verdoppelt. Direkte Verbindung zu Apple? Keine.

Ich wünsche Ihnen eine bewegte Woche!

Herzlichst, Ihr Lukas Heiny

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