Christoph Seyerlein

manage:mobility Der konsequente Olli und der gefährliche Elon

Liebe Leserin, lieber Leser,

wer Twitter noch nicht verlassen hat und nun voll auf Mastodon und andere Alternativen setzt, kann beim Kurznachrichtendienst einem skurrilen Schauspiel beiwohnen. Neu-Regent Elon Musk feuert via Twitter Twitter-Angestellte, die ihn nicht als Messias lobpreisen. Manche holt er wieder zurück und gibt sich als geläutert.

Völlig andere Führungsqualitäten werden Volkswagen-Chef Oliver Blume nachgesagt. Doch heile Welt herrscht auch in Wolfsburg nicht. Stoff für neues Drama gibt es auch unter Blume reichlich.

Mehr erfahren Sie in unseren Themen der Woche:

  • Warum bei Volkswagen kaum ein Stein auf dem anderen bleibt

  • Wieso Elon Musk für Tesla zur Gefahr wird

  • Wie es um einen Verkauf von DB Schenker steht

Topthema: Trinity-Werk, Cariad, Börsenpläne Oliver Blume stellt alles auf den Prüfstand

Nicht nur nett: Volkswagen-Chef Oliver Blume räumt auf

Nicht nur nett: Volkswagen-Chef Oliver Blume räumt auf

Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance / dpa

Als Oliver Blume (54) im September das Zepter bei Volkswagen übernahm, freuten sie sich in Wolfsburg auf den "netten Olli". Doch Blume ist vor allem konsequent. Gleich mehrere zentrale Projekte seines Vorgängers Herbert Diess (64) verschiebt er, modelt sie radikal um oder räumt sie gleich ganz ab. Mein Kollege Michael Freitag verrät Ihnen Blumes Pläne .

Köpfe: Elon Musk ++ Theo Weimer ++ Murat Aksel ++ Thierry Bolloré

Klumpenrisiko: Elon Musk könnte für Tesla zur Gefahr werden

Klumpenrisiko: Elon Musk könnte für Tesla zur Gefahr werden

Fotos [M]: Mark Mahaney / Redux / laif

  • Elon Musk (51) steht wegen seiner bizarren Twitter-Herrschaft heftig unter Beschuss. Mein Kollege Jonas Rest beschreibt detailliert, warum Musks Allmachtsphantasien für Tesla – und im schlimmsten Fall für uns alle – zur Gefahr werden können .

  • Theo Weimer (62) soll als Stiftungschef Knorr-Bremse wieder in ruhigeres Fahrwasser steuern. Doch meine Kollegen Katharina Slodczyk und Michael Freitag haben erfahren: Die Pläne wackeln .

  • Murat Aksel (49) folgte seinem einstigen BMW-Buddy Herbert Diess 2020 als Einkaufsvorstand zu Volkswagen. Doch unter dem konsequenten Oliver Blume sinkt der Stern des Kostenkillers .

  • Thierry Bolloré (59), Vorstandschef von Jaguar Land Rover, tritt nach nur zwei Jahren  beim britischen Premiumautobauer zurück. Interimistisch übernimmt Finanzchef Adrian Mardell (61).

Unternehmen: DB Schenker ++ Mahle ++ Varta ++ Miles

Mittelmäßige Verkäufer: Bahn-Chef Richard Lutz (li.) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing

Mittelmäßige Verkäufer: Bahn-Chef Richard Lutz (li.) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing

Foto: Stefan Boness / VISUM
  • Apropos Bahn: Die Logistiksparte DB Schenker ist seit Jahren der Bereich des Konzerns, der am besten läuft. Schon lange wird ein Verkauf erwartet. Jetzt kommt Schenker tatsächlich auf den Markt, schreibt mein Kollege Michael Machatschke – allerdings nicht zum Bestpreis .

  • Autozulieferer Mahle steckt in der Dauerkrise. Die E-Transformation schmerzt, die Zahlen sind mies und Chefaufseher Heinz Junker (72) verschleißt einen CEO nach dem anderen. Meine Kollegin Margret Hucko hat erfahren: Jetzt machen die Banken Druck .

  • Auch bei Varta läuft es alles andere als rund. Eigentlich wollte der Batteriehersteller mit einer Fabrik für Auto-Akkus Fahrt aufnehmen. Doch daraus wird vorerst nichts. Sparen ist angesagt.

  • Gerade erst hat Miles Mobility Volkswagen die Carsharing-Tochter WeShare abgekauft. Nun drängen die Berliner auch ins Geschäft mit Autoabos . Sharing allein ist den Investoren wohl zu wenig. Alles super mit Subscriptions? Wir werden sehen .

Mehr Mobilität: Paris ++ Bird ++ Volocopter ++ Holon

Fußtritt für Tretroller: Bürgermeisterin Anne Hidalgo könnte E-Scooter aus Paris rauswerfen

Fußtritt für Tretroller: Bürgermeisterin Anne Hidalgo könnte E-Scooter aus Paris rauswerfen

Foto: Michel Euler / dpa / AP
  • In Paris wird Bürgermeisterin Anne Hidalgo (63) bald darüber entscheiden, ob Leih-E-Scooter komplett aus der Stadt verbannt werden. Eine Petition  soll helfen, Hidalgo davon abzuhalten.

  • Wir bleiben bei den E-Scootern. Bird ist einer von ganz wenigen börsennotierten Verleihern – und der chaotischste. Jüngstes Desaster: Mehr als zwei Jahre lang haben die Amerikaner zu hohe Umsätze angegeben. Oops. Da hört der Elektrospaß auf.

  • Bundesverkehrsminister Volker Wissing (52) schaute dieser Tage in Bruchsal bei Volocopter vorbei. Das Flugtaxi-Start-up ist sich nun noch sicherer , ab 2024 kommerziell durchstarten zu können. Wizard Wissing sei Dank.

  • Gewisse Magie will auch der Autozulieferer Benteler mit seiner neuen Tochter  Holon versprühen. Die verspricht autonome Shuttles. Jetzt gibt es mit der Hamburger Hochbahn  einen ersten Abnehmer. 2024 sollen die ersten People Mover in der Hansestadt fahren.

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Deep Drive der Woche: Roller geht auch größer

Nicht nur E-Tretroller sieht man inzwischen zuhauf in Städten, auch elektrische Mopeds werden immer häufiger im Sharing angeboten. Weltweit haben sich bislang 17 Millionen Menschen bei einem entsprechenden Dienst angemeldet, 40 Prozent mehr als noch 2021. Weitere Zahlen liefert ein ausführlicher Report .

Zahl der Woche: 84

Mit Elon Musk hatten wir es heute schon. Vielleicht sollte er sich einfach wieder stärker auf Tesla konzentrieren. Denn Kunden des Autobauers sind (noch) außergewöhnlich zufrieden mit ihren Fahrzeugen. 84 Prozent würden sie einer Umfrage  zufolge weiterempfehlen. E-Autos von Mercedes und BMW empfehlen 63 Prozent ihrer Halter weiter, die von VW gar nur 45 Prozent.

E-Fahrzeug der Woche

Bürobolide: Volkswagens elektrischen Schreibtischstuhl kann man leider nicht kaufen

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Foto: Volkswagen

Tesla mag die besten E-Autos bauen, doch was ist das schon gegen den fortschrittlichsten Bürostuhl ? Um den Titel bewirbt sich Volkswagen Norwegen. E-Motor, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer – alles an Bord. Mit bis zu 20 km/h könnte man sich garantiert Platz eins in der Kantinenschlange sichern. Zu schade, dass es das Gefährt nicht in Serie gibt – ist alles nur Reklame für den ID. Buzz. Wir hätten den Büroflitzer wirklich gerne getestet.

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Ich wünsche Ihnen eine schwungvolle Woche.

Herzlichst, Ihr Christoph Seyerlein

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