Marleen Gründel

Der Tag im Überblick Die nächste große Mangelwirtschaft

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit der nächsten Rohstoffkrise, einem bangenden VW-Chef und dem Cashpolster-Problem des Kapitalismus.

Überlegen Sie gerade zufällig, sich ein neues Auto anzuschaffen? Dann sollten Sie viel Geduld mitbringen. Denn nicht nur der gravierende Chipmangel beeinträchtigt die Autoindustrie derzeit, sondern nun wird auch noch das Aluminium für den Fahrzeugbau knapp.

China, der mit Abstand größte Magnesium-Produzent der Welt, liefert seit Wochen zu wenig des Mineralstoffes, aus dem Aluminium hergestellt wird. Als größter Abnehmer von Magnesium in der Europäischen Union ist vor allem Deutschland davon betroffen – und die Autoindustrie als Branche mit dem höchsten Aluminiumbedarf im Besonderen. Warum China die Produktion gedrosselt hat und warum die Politik eine Mitschuld trägt, hat mein Kollege Christoph Rottwilm für Sie recherchiert.

Aluminium-Produktion in Sibirien: Das Metall wird weltweit knapp

Aluminium-Produktion in Sibirien: Das Metall wird weltweit knapp

Foto: REUTERS

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Volkswagen-Chef Herbert Diess muss um seinen gerade erst verlängerten Vertrag bangen. Wie wir aus Kreisen des Unternehmens erfuhren, soll sich der Vermittlungsausschuss des Aufsichtsrats mit der Zukunft des Konzernchefs befassen. Der streitlustige Manager steht seit Monaten im Clinch mit dem Betriebsrat, zuletzt sorgte er mit Plänen über den Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen bei der Kernmarke VW für Unruhe. Was hinter dem Job-Radau bei VW steckt, können Sie hier noch einmal nachlesen .

  • Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Lufthansa wieder einen operativen Quartalsgewinn erzielt. Verantwortlich dafür waren die Erholung bei den Passagierflügen sowie der Boom in der Luftfracht: Laut Vorstandschef Carsten Spohr fuhr Lufthansa Cargo erneut ein Rekordergebnis ein. Die Chefin der Sparte, Dorothea von Boxberg, wird inzwischen als neuer Star der Airline gefeiert. In unserem Porträt über die Topmanagerin können Sie nachlesen, warum .

  • Der Oetker-Konzern hat sich nach jahrelangen Zwistigkeiten innerhalb der Eignerfamilie nun offiziell aufgespalten. Drei der acht Oetker-Erben übernehmen über eine neue Holding acht Unternehmen aus der bisherigen Oetker-Gruppe, darunter das Geschäft mit Sekt und Wein. Das Pizza- und Nahrungsmittelgeschäft verbleibt bei den übrigen Gesellschaftern.

Was macht eigentlich:

  • Wo wir gerade bei den Oetkers sind: Einer der Sprösslinge der Bielefelder Backpulver-Dynastie, Arend Oetker, baute um die Marmeladenfabrik Bad Schwartau einen Mischkonzern mit Milliardenumsatz auf. Heute regelt er zwar sein Unternehmererbe, denkt mit 82 Jahren aber noch lange nichts ans Aufhören. Der Marmeladenkönig träumt lieber von einem Philosophie-Studium.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

Meine Empfehlung für den Abend:

Cashgigant: Mit 1995 Milliarden Dollar Barreserven zählt Apple zu den Cashkönigen der Konzernwelt

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Foto: SOPA Images / Getty Images
  • Bisher gab es im Kapitalismus eine klare Rollenverteilung: Die Bürger sparen, die Unternehmen investieren. Doch inzwischen sparen immer mehr Unternehmen. Besonders dramatisch ist es in Deutschland mit seinen vielen Familienunternehmen. In der Folge gerät die Maschinerie des Kapitalismus ins Stottern. Deshalb erleben linke Ideen – von der Vermögensteuer bis zur Vergesellschaftung von Eigentum – eine Renaissance. Warum wir dennoch nicht mehr Sozialismus, sondern mehr Markt wagen sollten, erläutert mein Kollege Henrik Müller: Das Cashpolster-Problem des Kapitalismus .

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Abend, Ihre Marleen Gründel

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