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Christoph Rottwilm

Der Montag im Überblick Herbert Diess und sein China-Problem

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit weiter steigender Inflation, den Folgen von Vorwürfen der Bilanzmanipulation und Lösungen für grassierende Prokrastination.

Bei Volkswagen in Wolfsburg müssen die Verantwortlichen zurzeit häufig ein unerfreuliches Schauspiel mitverfolgen: Regelmäßig holt VW-Markenchef Ralf Brandstätter Fahrzeuge von chinesischen Konkurrenten zum Testen auf das Fabrikgelände – und allzu oft stellt sich heraus, dass die Wettbewerber aus Fernost den hauseigenen Modellen überlegen sind. Vor allem in digitalen Belangen schneiden chinesische Autos inzwischen vielfach besser ab.

Das merken auch die Autokäufer in der Volksrepublik. Für Volkswagen ist China seit Langem der wohl wichtigste Markt weltweit. Doch in den vergangenen Jahren stagnierten die Absätze dort. Während sich BMW und auch Mercedes gegen den Trend positiv entwickelten, verloren VW und auch Audi Marktanteile.

Um Käufer zurückzugewinnen, will Vorstand Brandstätter die Autos aus seinem Hause nun technisch aufrüsten, berichtet unser Kollege Michael Freitag . Doch Volkswagens China-Problem dürfte damit noch nicht gelöst sein. Denn, wie sich gerade in diesen Tagen zeigt, hat es zusätzlich eine politische Dimension: Der Konzern betreibt in der chinesischen Region Xinjiang gemeinsam mit einem Joint-Venture-Partner ein kleines Werk – ausgerechnet dort also, wo die Volksgruppe der Uiguren den Repressalien der Machthaber in Peking ausgesetzt ist. Volkswagen will von der Fabrik nicht ablassen. Man bewirke dort Positives, so CEO Herbert Diess. Doch nach neuen Berichten über die Unterdrückung der Uiguren etwa im SPIEGEL wächst der Druck auf den Konzern und auf dessen Vorstandschef.

Testet chinesische Autos in Wolfsburg: VW-Markenchef Ralf Brandstätter

Testet chinesische Autos in Wolfsburg: VW-Markenchef Ralf Brandstätter

Foto: Sina Schuldt / dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Bizarre Deals beim Immobilienkonzern: Wenn es eine Skandalfirma der Stunde gibt in Deutschland, dann ist es der Immobilienkonzern Adler Group. Vorwürfe der Bilanzmanipulation, eine Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG, ein verweigertes Testat unter dem Jahresabschluss 2021 – das alles hat es bei Adler in den vergangenen Monaten bereits gegeben. Nicht zu vergessen natürlich: die Talfahrt des Aktienkurses. Die jüngste Entwicklung bei der angeschlagenen Immobilienfirma hat Kollegin Hannah Steinharter recherchiert: Adler prüft nun, ob womöglich Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Führungskräfte geltend gemacht werden können .

  • Umdenken bei Hedgefonds: Aktivistische Investoren sind vor allem bekannt als Krawallmacher. Sie kaufen sich kleinere Aktienpakete von Unternehmen, deren Management sie fortan mit Kritik und Forderungen öffentlich unter Druck setzen. Das Ziel dabei: Der Einsatz soll binnen kurzer Zeit mit Gewinn wieder herausgeholt werden. Doch dieses Klischee stimmt nur noch zum Teil. Kollegin Maren Jensen hat sich aktuelle Aktivitäten dieser Hedgefonds-Spezies angeschaut. Sie beschreibt, wie sich deren Geschäftsmodell gewandelt hat. Aktivistische Investoren streben öfter Aufsichtsratssitze an und haben vielfach längerfristige Interessen, so das Fazit.

Dankbares Ziel: Aktivistische Investoren werden vermehrt in der Energiebranche erwartet

Dankbares Ziel: Aktivistische Investoren werden vermehrt in der Energiebranche erwartet

Foto:

Jochen Tack / imago images/Jochen Tack

Meine Empfehlung für den Abend:

  • Das kennt vermutlich jeder: Eine wichtige Aufgabe steht an, es ist völlig klar, was getan werden muss – doch anstatt damit anzufangen, wendet man sich zunächst immer wieder anderen, eher nebensächlichen Tätigkeiten zu. Noch schnell ein paar News im Internet lesen, Social-Media-Accounts checken, ein Video schauen – all solche Dinge eben. Der Fachbegriff dafür laut Prokrastination, umgangssprachlich auch als Aufschieberitis bezeichnet. Die Kollegen vom Harvard Business manager haben sich ausführlich mit dem Problem auseinandergesetzt. Sie wissen: Mit Disziplin allein kommt man ihm nicht bei. Es gibt aber wirksame Strategien, die helfen, das ständige Aufschieben zu beenden .

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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