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Christoph Rottwilm

Der Dienstag im Überblick Hildegard "Two Faces" Wortmann

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einer Managerin, die manchmal nach unten tritt, einem Hedgefonds, der gegen Elon Musk antritt, und Eltern, die auf Lego-Steine treten.

Hildegard Wortmann ist eine der prominentesten Managerinnen Deutschlands – und sie ist umstritten, wie kaum eine andere. Wortmann durchlief Stationen bei Unilever und BMW und sitzt heute in den Vorständen von Audi sowie Volkswagen. Sie ist nicht nur eine Pionierin in der nach wie vor männlich dominierten Autoindustrie, sondern auch ein Social-Media-Star, mit einem professionellen Auftritt auf Linkedin, wo ihr bereits knapp 100.000 Nutzer folgen.

Über die möglicherweise nächste Karrierestation Wortmanns wird bereits spekuliert: Die Marketingexpertin könnte bei Audi ganz an die Spitze rücken, als erste Frau auf dem Chefsessel eines deutschen Autobauers. Bewunderer schwärmen geradezu von der Zielstrebigkeit, der Entschlossenheit und dem Mut, mit denen Wortmann ihren Weg verfolgt.

Das ist die eine Seite des Bildes, das Kollege Michael Freitag zeichnet, nachdem er mit Wortmann selbst sowie zahlreichen Menschen, die die Managerin kennengelernt haben, gesprochen hat. Die andere Seite ist weniger schmeichelhaft. Sie zeigt eine Hildegard Wortmann, die extrem auf sich selbst und ihre Karriere fokussiert ist, ehrgeizig bis hin zur Rücksichtslosigkeit. Sie trete nach unten, sei aber nach oben sehr anpassungsfähig, sagt etwa ein früherer BMW-Kollege.

Wortmann habe zwar jahrelang gute Ergebnisse geliefert, so resümiert Kollege Freitag in seinem ausführlichen Porträt . Ihre persönliche Art sowie die Nachhaltigkeit ihres Führungsstils seien jedoch umstritten. Die Managerin sei daher "Mrs Two Faces", eine Frau mit zwei Gesichtern.

Frau mit zwei Gesichtern: Über Volkswagens Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann haben schon viele gestaunt – aber längst nicht alle sind begeistert

Frau mit zwei Gesichtern: Über Volkswagens Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann haben schon viele gestaunt – aber längst nicht alle sind begeistert

Foto:

Dirk Bruniecki / DER SPIEGEL

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • In den Übernahmestreit zwischen Twitter und Multimilliardär Elon Musk mischt sich ein Dritter ein: Der amerikanische Hedgefonds Greenlight Capital hat Twitter-Aktien erworben und wartet nun, wie der Disput ausgeht: Gewinnt Twitter den Rechtsstreit gegen Musk, dann macht Greenlight mit Gründer David Einhorn an der Spitze einen ordentlichen Gewinn. Geht dagegen Musk siegreich aus der Auseinandersetzung hervor, dürfte es für den Hedgefonds ein Verlustgeschäft werden. Twitter will Musk vor Gericht dazu zwingen, die kürzlich abgesagte Übernahme doch noch durchzuziehen.

  • Über den Vorstoß chinesischer Autohersteller auf den europäischen Markt für Elektroautos  hatten wir bereits ausführlich berichtet. Jetzt kommt erneut Bewegung in das Geschäft: BYD, der wichtigste Player aus der Volksrepublik, nimmt den deutschen und schwedischen Markt ins Visier. Zu dem Zweck hat Börsenliebling BYD eine Partnerschaft mit der Hedin-Gruppe, einem großen schwedischen Autohändler, gestartet.

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Die Energiekrise zwingt zu drastischen Maßnahmen. Um Erdgas zu sparen, werden hierzulande beispielsweise erste Kohlekraftwerke, die eigentlich bereits abgemeldet waren, reaktiviert. Doch wie viel Energie lässt sich auf diese Weise erzeugen? Welche Kraftwerke stehen zur Verfügung? Und was können sie leisten? Unser Überblick liefert Antworten auf diese und weitere Fragen, inklusive einer Übersichtskarte über sämtliche Kohlekraftwerke in Deutschland mitsamt ihren Betreiberunternehmen sowie ihren Leistungskapazitäten.

  • Beinahe jedes Kind hatte schon einmal einen Lego-Stein in der Hand, und beinahe jede Mutter sowie jeder Vater hatte schon einmal schmerzhaft einen unter dem Fuß: Der dänische Konzern zählt zu den größten Spielwarenherstellern der Welt. Doch der Klimawandel sowie der Trend zur Nachhaltigkeit setzen das Unternehmen, dessen Produkte traditionell aus Plastik gefertigt werden, unter Druck. Lego, so berichtet Kollegin Sina Osterholt, braucht dringend ein alternatives, ökologisch unkritisches Material, um seine berühmten Steine weiter herstellen zu können. Die Forschung daran läuft bereits seit Jahren, doch noch ist keine Lösung in Sicht.

Meine Empfehlung für den Abend:

Mann im Wald: Investoren sollen künftig Auskunft darüber geben, wie sie es mit der Nachhaltigkeit halten

Mann im Wald: Investoren sollen künftig Auskunft darüber geben, wie sie es mit der Nachhaltigkeit halten

Foto: Becker&Bredel / IMAGO
  • Wenn Sie künftig mit Ihrem Bankberater sprechen, wird er Ihnen Fragen stellen, die Sie in dem Umfeld bislang kaum gehört haben dürften: Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit? Soll Nachhaltigkeit bei Ihrer Geldanlage berücksichtigt werden? Wie "grün" soll Ihre Geldanlage sein? Dafür interessiert sich der Mann von der Bank oder vom Vermögensverwalter allerdings nicht unbedingt persönlich. Hintergrund ist vielmehr eine Neuregelung auf europäischer Ebene: Eine EU-Richtlinie verlangt, dass Finanzberater mit ihren Kunden künftig auch über Nachhaltigkeitsthemen sprechen müssen. Diese Richtlinie tritt am heutigen Dienstag in Kraft. Alles, was Sie darüber wissen sollten, finden Sie auf manager-magazin.de.

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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