Lukas Schürmann

Newsletter "Der Tag" Der Tag mit der Allianz für Heimarbeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute beschäftigen wir uns mit einem wichtigen Homeoffice-Fan, einem neuen wertvollsten Autokonzern der Welt - und immer wieder Wirecard.

Allianz für Heimarbeit: Konzernchef Oliver Bäte

Allianz für Heimarbeit: Konzernchef Oliver Bäte

Foto: Andreas Gebert/ dpa

arbeiten Sie gern daheim? Oliver Bäte (55) tut es. Auch den Chef von Europas größter Versicherung hat die Corona-Pandemie ins Homeoffice verschlagen. Dort sei er "manchmal erheblich produktiver", sagte der Allianz-Chef jetzt in einem Interview. Die guten Erfahrungen nutzt Bäte für eine organisatorische Revolution: Auf längere Sicht ließen sich 30 Prozent der Büroflächen bei der Versicherung einsparen, bei den Dienstreisen könne man sogar auf die Hälfte verzichten. "Wir brauchen die ganzen Reisen nicht mehr."

Das ist gleich mehrfach bemerkenswert: Einerseits liefert Bäte Mitarbeitern anderer Konzerne Argumente, um selbst mehr Heimarbeitszeit rauszuholen (Gesprächseinstieg: "Also, wenn schon die Lebensversicherungsberater der Allianz von zu Hause aus arbeiten, und die haben ja viel mehr Kundenkontakt als ich!"). Andererseits ist Bätes Ankündigung ein Frühindikator für den Markt für Gewerbeimmobilien und ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass sich dieser durch Corona nachhaltig verändern dürfte .

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages:

  • Ein SPD-Promi, der den aktuell wohl meist kritisierten Unternehmer der Republik für gutes Geld berät - Sigmar Gabriel (60) dürfte selbst klar gewesen sein, dass er sich mit einem Job bei Clemens Tönnies (64) wenig Freunde macht. Ziemlich drastisch hat die SPD-Parteispitze Gabriel denn auch in den Senkel gestellt. Der schlägt nun zurück: "Für normale Menschen sind 10.000 Euro viel Geld. Aber in der Branche ist das kein besonders hoher Betrag." Ob das als Verteidigung verfängt?

  • Weiterhin viel los bei Wirecard: Aldi und Softbank wenden sich ab, nach Abzug der Luftnummern in der Bilanz schrumpft damit das noch zu rettende reale Kerngeschäft. Die Deutsche Bank prüft, ob sie die Banktochter der Pleitefirma stützen soll. Der Bilanzprüfverein DPR verteidigt sich derweil gegen Vorwürfe, in Aschheim nicht genau genug hingesehen zu haben - die Politik will einen Großteil der Schuld bei den Prüfern abladen.

  • Nach der Explosion der Arbeitslosenzahlen in den USA haben US-Unternehmen im Juni wie schon im Mai Millionen neue Jobs geschaffen. Das war allerdings vor den neuen Corona-Rekorden. Dax-Anleger freut's trotzdem.

  • Erst in der vergangenen Woche hatte sich Bayer im Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat mit einem Großteil der Kläger auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt. 9,1 bis 9,8 Milliarden Euro will der deutsche Konzern ausschütten - einen größeren Teil dieser Summe besorgen sich die Leverkusener nun am Bondmarkt.

  • Mehrwertsteuersenkung, Familienbonus, Hilfen für Kommunen und Förderung von Profisportligen: Um das geplante Konjunkturpaket zu stemmen, darf Deutschland 2020 Schulden in Rekordhöhe machen.

Die Auto-News des Tages:

Meine Leseempfehlungen für den Abend:

Würden Sie diesem Mann eine IT-Aktie abkaufen? Unser Fotograf traf Walter Price auf Pier 7 vor dem Financial District in San Francisco.

Würden Sie diesem Mann eine IT-Aktie abkaufen? Unser Fotograf traf Walter Price auf Pier 7 vor dem Financial District in San Francisco.

Foto: Martin Klimek für manager magazin
  • Seit 1974 investiert Walter Price (71) von San Francisco aus in Techaktien. Als wir ihn 2018 erstmals porträtiert haben, gewährte der erfolgreichste Techfondsmanager der Welt uns und Ihnen einen Blick in sein Portfolio. Die Kurse der dort genannten Aktien haben sich bis heute mehr als verdoppelt. Grund genug, den Veteranen erneut zu sprechen: Bei welchen Techwerten sich der Einstieg immer noch lohnt .

Machen Sie etwas aus Ihrem Abend!

Herzlich, Ihr Lukas Schürmann

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de. 

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.