Podcast Cover
__proto_kicker__
__proto_headline__
Eva Buchhorn

Der Tag im Überblick Reiche Royals und tanzende Tiere

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit den Finanzen der britischen Königsfamilie, Porsche ohne Partner, einem Energieversorger in Not und virtuellen Welten.

Der Tod von Queen Elisabeth II. am gestrigen Abend bewegt die Welt. Vom Ende einer Ära ist die Rede, die Trauerfeierlichkeiten sollen zehn Tage dauern. Als Wirtschaftsredaktion können wir Sie dabei nicht aus erster Hand begleiten, aber immerhin mit handfesten Informationen aufwarten. Darum haben wir uns heute die Finanzen des Königshauses  angeschaut. So bezog die Queen zuletzt 86 Millionen Pfund aus der staatlichen Verwaltung ehemals royaler Besitztümer. Eine ähnlich hohe Summe darf nun ihr Sohn und Nachfolger Charles III. zur Erfüllung offizieller Pflichten in Anspruch nehmen. Dazu kommen weitere Schatullen, aus denen sich das Staatsoberhaupt zur Zahlung von Reisekosten, Angestellten und zur Instandhaltung der Residenzen bedienen kann.

Um die königlichen Finanzen muss man sich also auch nach dem Tod der Queen keine Sorgen machen, wohl aber um den Zustand der britischen Wirtschaft. Sie ist stärker abhängig von Gas als die meisten europäischen Nachbarn, Energiepreise gehen durch die Decke, Großbritannien verzeichnet schon jetzt zweistellige Inflationsraten. Die neue Regierungschefin Liz Truss hat in ihrem Wahlkampf vor den Tory-Mitgliedern ausgerechnet mit Steuersenkungen geworben – und ist immer noch der Ansicht, der Brexit sei für die britische Wirtschaft keine Wachstumsbremse, sondern ein Segen. Truss hat hohe Qualitäten in der Eigenvermarktung, schreiben unsere Kollegen vom britischen Economist. Ob sie allerdings das Zeug hat, das Königreich aus der Wirtschaftskrise herauszuführen, sei zweifelhaft. Die Analyse des Economist lesen Sie hier auf manager magazin.de. 

Die Queen am Piccadilly Circus: Woher kommt das Geld der Royals?

Die Queen am Piccadilly Circus: Woher kommt das Geld der Royals?

Foto: Tolga Akmen / EPA

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • EnBW-Tochter will Staatshilfe: Der angeschlagene ostdeutsche Gaskonzern VNG hat wegen der explodierenden Energiekosten Staatshilfe beantragt. Nach Angaben des Unternehmens sind zwei Verträge von russischen Lieferausfällen betroffen. Der Versorger musste zu aktuellen Marktpreisen Ersatz besorgen. VNG rechnet für 2022 mit einem Verlust von einer Milliarde Euro. Die Aktien des Mutterkonzerns EnBW brachen nach der Ankündigung ein.

  • Porsche ohne Red Bull: Beim geplanten Einstieg des Sportwagenbauers in die Formel 1 wird es keine Partnerschaft mit Red Bull geben. Porsche wollte 50 Prozent an dem Rennstall des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz übernehmen. Doch beide Seiten konnten sich offenbar nicht über die Verteilung der Macht einigen, die Verhandlungen sind geplatzt. Porsche sucht nun einen neuen Partner.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Insolvenz-Angst: Droht Deutschland im Gefolge von Inflation und hohen Energiepreisen eine Pleitewelle? Frank Grell von der internationalen Anwaltskanzlei Latham & Watkins bleibt gelassen. Für Endzeitstimmung gebe es keinen Anlass, sagt der Insolvenzrechtler im Gespräch mit unserem Kollegen Christoph Rottwilm. Bislang sind die Anzeichen für eine sprunghafte Zunahme von Firmenpleiten gering. Und Zahlungsunfähigkeit bedeutet heute nicht mehr zwangsläufig das Ende eines Unternehmens. Dafür sorgen neue Instrumente im Insolvenzrecht. Was sie bringen und wie der Gesetzgeber die Bedingungen für schlingernde Unternehmen weiter verbessern könnte, erfahren Sie hier. 

  • Dilettanten-Ministerium: Die gute Stimmung zwischen Wirtschaftsbossen und dem grünen Politstar Robert Habeck ist vorbei. Spätestens seit der vermurksten Gasumlage gilt das Bundeswirtschaftsministerium in Topmanagerkreisen als überfordert mit seinem Versuch, die Energiewende endlich ans Laufen zu kriegen. Ursächlich ist das Dickicht an energiepolitischen Normen und offenbar die Arroganz von Habecks Spitzenbeamten. Die Analyse von Martin Noe lesen Sie heute auf unserer Website: "Es ist eine Katastrophe." 

Meine Empfehlung für den Abend:

Laufsteg der Zukunft: Virtuelle Models bei Balenciaga

Laufsteg der Zukunft: Virtuelle Models bei Balenciaga

Foto: Fortnite / Epic Games
  • Neuer Weltmarkt Metaverse: Seit junge Leute immer mehr Zeit in virtuellen Welten verbringen, zieht es auch Luxuskonzerne wie Dolce & Gabbana, Etro oder Elie Saab dorthin. Auf der Suche nach neuen Käuferschichten bespielen sie digitale Räume wie das Metaversum, The Sandbox oder Decentralland. Noch kommen die meisten Shows eher kläglich daher. Statt Models tanzen virtuelle Katzen über den Laufsteg und mit der Übertragungsqualität der Performances ist es auch nicht weit her. Aber das sind Kinderkrankheiten. Wer seine Kunden auch morgen noch verstehen will, muss eintauchen in die neuen Digitalarenen, in denen nach einer Schätzung der Citigroup bis zum Ende des Jahrzehnts 13 Billionen Dollar umgesetzt werden könnten. Klassische Marken wie Chanel, Louis Vuitton, Bulgari, oder Cartier experimentieren teils sogar mit eigenen Plattformen. Wie es da so zugeht, lesen Sie heute bei uns. 

Herzlich, Ihre Eva Buchhorn

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.