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Christoph Rottwilm

Der Donnerstag im Überblick Ärger mit der Enkeltochter

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Unruhe im Siemens-Konzern, neuer Expertise im Kreis der Wirtschaftsweisen und Heinrich Hiesinger im Post-Thyssen-Leben.

Die Probleme bei Siemens Gamesa bestehen bereits seit geraumer Zeit und werden sich auch noch lange hinziehen: Der spanische Windanlagenhersteller macht seit Jahren Verluste, verfehlt seine Prognosen und schwächelt im operativen Geschäft. Christian Bruch, Chef der Gamesa-Mutter Siemens Energy, sagte bereits vor Monaten, die Sanierung der angeschlagenen Tochter werde noch Jahre dauern. Siemens Energy legte vor dem Hintergrund bereits vor wenigen Tagen schwache Geschäftszahlen vor. Nun erreichen die Einschläge endgültig auch die Konzernebene von Siemens. Erstmals seit zwölf Jahren musste der Münchner Industrieriese heute einen Quartalsverlust eingestehen. Ursache dafür: In erster Linie eine Milliardenabschreibung, die Siemens auf seine Beteiligung an Siemens Energy vornehmen musste – wegen der Schieflage bei der Konzernenkelin Siemens Gamesa.

Für Siemens-Chef Roland Busch ist das umso bitterer, weil das übrige Geschäft zum größten Teil ausgezeichnet läuft. Der Auftragseingang lag im vergangenen Quartal deutlich über den Erwartungen. Der Umsatz kletterte – abgesehen von Währungs- und anderen Sondereffekten – um 4 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Der operative Gewinn aus dem Industriegeschäft schnellte um 27 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro in die Höhe.

Doch es hilft nichts: Der Quartalsverlust, den Siemens Gamesa dem Konzern eingebrockt hat, dominiert das Bild. Und das Leiden ist damit längst nicht beendet: Seine Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr musste Siemens-Chef Busch wegen der Belastungen ebenfalls kürzen.

Gamesa belastet: Siemens-Chef Roland Busch musste einen Quartalsverlust eingestehen

Gamesa belastet: Siemens-Chef Roland Busch musste einen Quartalsverlust eingestehen

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Was heute sonst noch wichtig war:

  • Überlastung und Burn-out sind auch in Zeiten von New Work und Homeoffice ein beherrschendes Thema. Um dagegen vorzugehen, haben Arbeitgeber bereits eine ganze Palette von Maßnahmen im Angebot, darunter zum Beispiel Coachings, flexible Arbeitszeiten oder besprechungsfreie Tage. Doch was von alldem hilft wirklich? Die Kollegen vom Harvard Business manager haben recherchiert und geben Antworten .

  • Nach dem Abgang der Ökonomen Lars Feld und Volker Wieland war der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – besser bekannt als: die Wirtschaftsweisen – seit Monaten unvollständig. Jetzt wurden mit Ulrike Malmendier und Martin Werding zwei neue Mitglieder gefunden. Wofür die beiden Ökonomen stehen und wie sie das Gremium verändern, erfahren Sie auf manager-magazin.de.

Meine Empfehlung für den Abend:

Zufrieden im Post-Thyssen-Leben: Ex-Konzernchef Heinrich Hiesinger

Zufrieden im Post-Thyssen-Leben: Ex-Konzernchef Heinrich Hiesinger

Foto:

Stefan-Thomas Kröger / laif

  • Heinrich Hiesinger stand jahrelang an der Spitze des Thyssenkrupp-Konzerns – dann wollten Investoren und Aufsichtsräte nicht mehr so, wie er gern wollte, und Hiesinger trat ab. Und was macht er heute? Kollege Thomas Werres beschreibt einen Hiesinger, der zufrieden wirkt in seinem neuen Post-Thyssen-Leben. Der 62-Jährige tut einerseits, was viele Ex-Manager tun: Er sitzt in verschiedenen Aufsichtsräten, etwa bei BMW sowie der Deutschen Post. Das Kontrollgremium des Autozulieferers ZF Friedrichshafen leitet er sogar. Daneben investiert Hiesinger gemeinsam mit seiner Gattin in Start-ups. Welchen Fokus die beiden dabei haben, und mit welchen weiteren Wirtschaftspromis sie dabei kooperieren, erfahren Sie auf manager-magazin.de .

Beste Grüße, Ihr Christoph Rottwilm

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