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Marleen Gründel

Der Freitag im Überblick Ein willkommener Monopolist und ein chinesischer Markensammler

Jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit einem einflussreichen Energiemanager, einem ausdauernden Markensammler und zwei digitalen Gipfelstürmern.

Liebe Leserin, lieber Leser,

das hätten wir, zugegeben, am Anfang des Jahres auch nicht gedacht: Dass der RWE-Chef zu einem der wichtigsten Posten des Landes wird. Ist in Zeiten von Energiekrise und -wende aber eindeutig so. Unsere Versorgungssicherheit hängt in entscheidendem Maße von Markus Krebber ab, dem neuen CEO des Energiekonzerns. Ohne Krebbers Investitionsplan für erneuerbare Energien könnte die Bundesregierung ihre Klimaziele gleich zu den Akten legen. Und würde der Topmanager nicht mit seiner Braunkohle und Atomkraft aushelfen, drohte in diesem Winter wohl ein Energienotstand.

Im Mai 2021, als Krebber zum CEO bei RWE ernannt wurde, ahnte noch niemand von seiner künftigen Machtposition als Monopolist in Energie-Deutschland. Das Publikum stellte sich auf den Spannungsbogen eines Leitz-Ordners ein. Seitdem hat Krebber die teuerste Auslandsinvestition seit RWE-Gedenken eingefädelt, Katar zum größten Einzelaktionär aufsteigen lassen und den Kohleausstieg zu seinen Gunsten gedreht.

Unsere Kollegen Kirsten Bialdiga und Dietmar Student beschreiben in ihrem Porträt einen Mann, der in der deutschen Politik bestens verdrahtet ist, enge Kontakte zur Finanzszene hält und seine neue Machtposition geschickt, gewieft und auch mal überraschend zu nutzen weiß. Wie Krebber zum einflussreichsten Energiemanager Deutschlands wurde und warum er trotz allem im Heimatmarkt nicht so recht vorankommt, lesen Sie hier .

Die Stromwelt fest im Blick: RWE-Chef Markus Krebber in seinem Büro

Die Stromwelt fest im Blick: RWE-Chef Markus Krebber in seinem Büro

Foto: Jann Höfer für manager magazin

Die Wirtschaftsnews des Tages:

  • Buero.de entscheidet sich gegen Galeria: Der Onlinehändler Buero.de hat sein – ja ohnehin verwunderliches – Angebot zur Übernahme von 47 Filialen des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof zurückgenommen. Die Lage beim insolventen Kaufhauskonzern sei schlechter als gedacht, hieß es zur Begründung. Galeria teilte unterdessen mit, ein erstes Übernahmeangebot für mehrere Filialen bekommen zu haben. Von wem, ließ Chef Miguel Müllenbach allerdings offen.

  • FTX-Gründer gegen Kaution entlassen: Sam Bankman-Fried darf gegen eine Kaution von satten 250 Millionen Dollar die Zeit bis zum Prozessbeginn im Haus seiner Eltern verbringen. Zudem muss der Gründer der kollabierten Kryptobörse FTX eine Therapie und einen Entzug beginnen. Die US-Börsenaufsicht SEC hat das einstige Krypto-Wunderkind wegen Betrugs angeklagt, bei einem Schuldspruch drohen ihm mehr als 100 Jahre Haft

  • Meta zahlt hohe Strafe: Im seit Jahren schwelenden Cambridge-Analytica-Skandal um den Datenmissbrauch von 87 Millionen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern hat der US-Konzern bereits Milliarden Dollar gezahlt. Jetzt stimmte die Facebook-Mutter Meta einem weiteren teuren Vergleich in einer Sammelklage zu – und zahlt 725 Millionen Dollar. Der Skandalfall ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Ein chinesischer Autofreund: Kaum ein Autohersteller strahlt heller, wenn es um die Marke und die beteiligten Investoren und Manager geht, als Aston Martin. Und bei kaum einer Luxusmarke sieht es regelmäßig so düster aus. Für Geely-Gründer Li Shufu ist die aktuelle Krise jedoch zur großen Chance geworden. Nach mehreren Versuchen gelang es ihm im September, mit 7,6 Prozent bei der englischen Traditionsmarke einzusteigen. Und damit ist er noch lange nicht am Ziel, wie unsere Kollegen Margret Hucko und Michael Freitag berichten .

  • Zwei schwäbische Gipfelstürmer: Zweistelliges Umsatzwachstum, satt profitabel, klimaneutral, mehr als 60 Prozent Stammkunden – der Onlinehändler Bergfreunde ist der digitale Gipfelstürmer der Outdoorbranche. Unser Kollege Lutz Reiche hat mit den beiden Geschäftsführern des Unternehmens über ihre Wachstumsstrategie und über Produkte gesprochen, von denen sie lieber die Finger lassen. Die überraschenden Antworten von Matthias Gebhard und Ronny Höhn lesen Sie hier: "Bergfreunde – die Outperformer im Onlinehandel". 

  • Ein amerikanischer Vordenker: Wohl kaum jemand kennt das Buch "Das Café am Rande der Welt" von Bestsellerautor John Strelecky nicht. Unser Kollege Ingmar Höhmann hat mit dem einstigen Unternehmensberater über Leidenschaft in Unternehmen, die Motivation von Mitarbeitern und das Abkupfern erfolgreicher Strategien  gesprochen.

Das Beste aus dem aktuellen "Economist":

  • Die Techelite aus dem Silicon Valley: Der Nimbus des Silicon Valley hat in diesem Jahr gelitten. Nicht so die Vordenker wie AI-Enthusiast Sam Altman. Die meisten von ihnen: männlich, weiß, steinreich – und beseelt, die Menschheit voranzubringen. Und zwar radikal. 

Meine Empfehlung für die Feiertage: Die Klassiker des Jahres

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Foto: Joe Waldron für manager magazin

Die Woche zwischen Weihnachten und Silvester ist auch immer eine Zeit des Reflektierens. Was war, was kommt, was ist wichtig? Wir hätten da was für Sie:

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie schöne Feiertage, Ihre Marleen Gründel

Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Wir freuen uns auf Ihre Post unter chefredaktion@manager-magazin.de .

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