Kai Lange

Der Freitag im Überblick Rüstungs-Start-ups, Rubel-Risiken und Hamsterkäufe

Liebe Leserin, lieber Leser,

jeden Abend fassen wir die wichtigsten Wirtschaftsnews des Tages zusammen. Heute mit Start-ups, die sich mit Rüstungsthemen befassen, Hamsterkäufen in deutschen Supermärkten und der Frage, welchen Geldanlage-Experten man in Kriegszeiten noch trauen kann.

Der Amerikaner Brian Schimpf und die Französin Amandine Le Pape haben zwei gemeinsame Ziele: Sie wollen mit ihren Ideen dem russischen Kriegstreiber Wladimir Putin das Leben etwas schwerer machen – und nebenbei mit ihren Gründungen Geld verdienen. Schimpf entwickelt mit dem US-Start-up "Anduril" Flugsysteme, um Gebiete aus der Luft zu überwachen und angreifende Drohnen abzufangen. Le Pape entwickelt per App Kommunikationssysteme, die autonom funktionieren und den Ukrainern als Alternative zu den blockierten Diensten wie Facebook oder Instagram dienen können.

Nicht nur in Frankreich und USA beschäftigen sich viele junge und innovative Unternehmen mit dem Thema Rüstung. Seit die Bundesregierung 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr aufgerufen hat, interessieren sich auch hierzulande viele Start-ups für militärische Fragen und unkonventionelle Lösungen. Die Milliarden für das Militär von morgen werden nicht nur an die etablierten Spieler in der Branche fließen, etwa Rheinmetall oder Lockheed Martin. Der Markt wandelt sich gerade mit rasender Geschwindigkeit, berichtet unsere Kollegin Christina Kyriasoglou. In ihrem großen Report zeigt sie, welche Unternehmen jetzt in den Rüstungssektor drängen – und wer vielleicht auch schon kurzfristig der Ukraine helfen könnte.

Neue Ausrüster: Anduril-Gründer Brian Schimpf trägt seine Entwicklung, die Ghost Drone, in einem kalifornischen Testgebiet. Das Gerät soll Überwachungsdaten liefern.

Neue Ausrüster: Anduril-Gründer Brian Schimpf trägt seine Entwicklung, die Ghost Drone, in einem kalifornischen Testgebiet. Das Gerät soll Überwachungsdaten liefern.

Foto: Philip Cheung / NYT / Redux / laif

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Die Personalie des Tages:

  • VW-Vertriebschef soll Skoda-Chef werden: Der neue Chef der tschechischen VW-Tochter Skoda steht offenbar fest: Klaus Zellmer soll den Posten von Thomas Schäfer übernehmen. Schäfer rückt in den Konzernvorstand auf. Die Personalie soll am Montag offiziell verkündet werden.

Das Beste aus dem Economist:

  • Russlands Wirtschaft geht es besser, als wir glauben: Mit harten Sanktionen will der Westen Russlands Präsidenten dazu zwingen, den Angriffskrieg auf die Ukraine zu beenden. Nach der ersten Sanktionswelle brachen Rubel und russische Wirtschaft auch ein. Doch inzwischen haben sie sich wieder deutlich erholt. Unsere Kollegen vom britischen Economist erklären, warum sich Russland weiterhin so stabil zeigt: Es sind zum Teil unkonventionelle Maßnahmen des Kreml, aber vor allem die täglichen Millionensummen, die Europa weiterhin für Öl und Gas nach Moskau überweist.

Was uns sonst noch beschäftigt hat:

  • Wie die Deutsche Bahn wachgerüttelt werden soll: Die Deutsche Bahn ist so etwas wie das ewige Talent der deutschen Wirtschaft. Sie hat beneidenswerte Anlagen, aber sie macht viel zu wenig daraus. In unserem wöchentlichen Podcast "Das Thema" erfahren Sie, warum und wie sich der Problemkonzern Bahn jetzt ändern soll. Hören Sie doch mal rein!

  • Ein letztes Mal möchten wir Sie heute auf "Leadership Update: Erfolgreich und modern führen" aufmerksam machen, den aktuellen Kurs unserer Kollegen von manage › forward. Sie wünschen sich Teams, in denen Vertrauen und Sicherheit den Arbeitsalltag bestimmen? Meetings, die alle Teilnehmer wirklich voranbringen? Eine Kommunikationskultur, die auch Konflikte aushält? Dann schauen Sie hier, wie die Kollegen Ihnen dabei helfen können. Die Anmeldung ist nur noch heute möglich, mit dem Code DERTAG50 erhalten Sie 50 Euro Rabatt.

Meine Empfehlung für den Abend:

Zerstörtes Einkaufscenter in der Ostukraine: Die Kriegsnachricht traf die bereits angeschlagenen Börsen hart

Zerstörtes Einkaufscenter in der Ostukraine: Die Kriegsnachricht traf die bereits angeschlagenen Börsen hart

Foto: Efrem Lukatsky / AP
  • Wem Geldanleger jetzt noch trauen können: Russlands Angriffskrieg hat den Kursrutsch an den Weltbörsen beschleunigt. Die Analysten der Banken waren bis zuletzt überoptimistisch, Warnungen kamen nur von unabhängigen Stimmen. Das Börsenbeben 2022 offenbart einen Webfehler im internationalen Kapitalmarkt – für den vor allem die Privatanleger teuer bezahlen: Die sogenannten Aktienexpertinnen und -experten der großen Banken müssen auf die Investmentbanker im eigenen Haus Rücksicht nehmen. Und deren Geschäfte mit Börsengängen und Kapitalerhöhungen laufen nun mal am besten, wenn die Anleger optimistisch sind. Unser Finanzmarktexperte Mark Böschen zeigt in einem Report, welche Börsenstrategien in Kriegszeiten helfen - und wem Anleger überhaupt noch trauen können.

Herzlich, Ihr Kai Lange