Jonas Rest

manage:mobility Stuttgart lenkt Wolfsburg

Liebe Leserin, lieber Leser,

unsere Themen der Woche:

  • Wie Porsche künftig Volkswagen steuert

  • Warum die Auto-Lobby VDA ihre Macht zurückgewinnt

  • Wie der BMW-Chef von einer Mini-Softwarefirma herausgefordert wird

Ich wünsche viel Spaß mit der neuen Ausgabe unseres wöchentlichen Mobility-Newsletters.

Top-Thema: Wie Porsche nun Volkswagen regiert

Freundliche Übernahme: Porsche-CEO Oliver Blume und sein Team steuern Wolfsburg von Stuttgart aus

Freundliche Übernahme: Porsche-CEO Oliver Blume und sein Team steuern Wolfsburg von Stuttgart aus

Foto: Robert Haas / SZ Photo / picture alliance

Seit dem 1. September führt Oliver Blume (54) gleichzeitig Volkswagen und – im vermeintlichen Nebenjob – Porsche. Doch der Eindruck täuscht. Die Recherchen von meinem Kollegen Michael Freitag zeigen: Stuttgart wird die neue Zentrale von Volkswagen. Wenn überhaupt, wird hier Volkswagen zum Nebenjob  – und alle jubeln darüber.

Köpfe: Müller ++ Zipse ++ Thrun ++ Daum ++ Heckrath-Rose

Wachsender Einfluss: Hildegard Müller macht den Autoverband VDA wieder mächtig

Wachsender Einfluss: Hildegard Müller macht den Autoverband VDA wieder mächtig

Foto: Carsten Koall / dpa / picture alliance
  • Der Autoverband VDA hatte nach dem Dieselskandal seine Macht verloren: Intern war der Verband zerstritten, politisch im Abseits. Dann kam Hildegard Müller (55). Mein Kollege Michael Freitag erklärt, wie die VDA-Präsidentin das Comeback einer der mächtigsten Lobbymaschinen  vorantreibt.

  • Hat BMW Software für Fahrzeugkonfiguratoren unrechtmäßig eingesetzt? Das behauptet eine kleine Softwarefirma, die nun den Autobauer verklagt. Meine Kollegin Margret Hucko berichtet über einen Streit,  der inzwischen auch Vorstandschef Oliver Zipse (58) erreicht hat.

  • Kitty Hawk, das Flugtaxi-Start-up von Google-Veteran Sebastian Thrun  (55), soll dicht machen . Im Januar hatte Boeing erst 450 Millionen Dollar in das Joint Venture Wisk investiert.

  • Daimler-Truck-Chef Martin Daum (62) sieht keine Abkühlung auf dem LKW-Markt. Auf der Automesse IAA für Nutzfahrzeuge hat Daum gerade die ersten schweren elektrischen Lkw des Herstellers vorgestellt. Er prophezeit: Bis 2030 könne der Anteil von Elektro- und Brennstoffzellenlastern auf bis zu 60 Prozent steigen - aber auch nur dann, wenn die Bedingungen wie etwa die Ladeinfrastruktur maximal gut sind.

  • Rose-Bikes-Boss Thorsten Heckrath-Rose (49) kann zehntausende Fahrräder wegen fehlender Teile nicht montieren. Im Interview  erklärt der Canyon-Rivale meinem Kollegen Lutz Reiche, wie er dem Mangel in der Produktion trotzt.

New Mobility: Tesla ++ BMW ++ Mercedes ++ VW ++ Volvo

Doppelt so teuer wie vor zwei Jahren: Der Strom an Tesla Superchargern

Doppelt so teuer wie vor zwei Jahren: Der Strom an Tesla Superchargern

Foto: CAROLINE BREHMAN / EPA
  • Tesla erhöht kräftig die Preise an deutschen Superchargern – Berichten zufolge um 23 Prozent. Es ist bereits die dritte Erhöhung innerhalb eines Jahres. Die Kilowattstunde kostet in Deutschland nun 68 bis 70 Cent . Vor zwei Jahren lag der Preis noch bei 33 Cent. Auf mm-Anfrage erklärte Tesla, der Preis sei primär von lokalen Strompreisen abhängig.

  • VW, BMW und Mercedes stellen ihre Elektro-Pioniere ein, obwohl sie sich teilweise sogar ganz passabel verkauften. Meine Kollegin Marleen Gründel analysiert  die Gründe für das Aus von BMW i3, VWs E-Golf, dem Smart Forfour und Mercedes EQC.

  • Jedes fünfte in Deutschland zugelassene Auto ist ein Dienstwagen. Die Unternehmen könnten über ihre Fuhrparks massiv zum CO2-Sparen beitragen, erklärt ein Thesenpapier von Agora Verkehrswende und Öko-Institut. Doch bislang fehlten Umwelt-Richtlinien – etwa für ein betriebsinternes Tempolimit .

  • Volvo Cars wird elektrischer. Nach dem Verbrennerstopp in Norwegen verkauft der Konzern auch in Dänemark keine Autos mehr, die nur mit Diesel oder Benzin fahren. Man werde dort nur noch Plug-in-Hybride und E-Autos  anbieten, erklärte das Unternehmen. Im Premiumsegment habe sich die Nachfrage auf diese Antriebe verlagert.

Deep Drive: Die echten Treiber der E-Mobility

Häufiger elektrisch angetrieben als Autos: Zwei- und Dreiräder, hier im indischen Surat.

Häufiger elektrisch angetrieben als Autos: Zwei- und Dreiräder, hier im indischen Surat.

Foto: Bloomberg / Bloomberg via Getty Images

Elektrische Zwei- und Dreiräder treiben die Elektromobilität: 274,7 Millionen sind weltweit im Einsatz – weit mehr als die 16 Millionen Vierräder, aka: E-Autos. Für die Vermeidung von Abgasen und den Klimaschutz sind sie damit viel wichtiger  als Tesla oder ID.3.

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns an gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 175.000

Autvermieter Hertz rüstet massiv elektrisch auf - ab 2023 zunächst mit Chevrolet Bolt

Autvermieter Hertz rüstet massiv elektrisch auf - ab 2023 zunächst mit Chevrolet Bolt

Foto: GM

Der US-Autovermieter Hertz hat 175.000 Elektroautos  bei GM bestellt. Ab Anfang 2023 sollen zunächst Chevrolet Bolt geliefert werden. Es wäre einer der größten E-Autodeals aller Zeiten. Vor einem Jahr hatte Hertz bereits 100.000 Tesla geordert – und Anfang des Jahres noch mal 65.000 Elektroautos von Polestar. Mal sehen, wann geliefert wird.

Geisterfahrer der Woche

Faraday Someday: FF91 soll bis Ende 2022 ausgeliefert werden - wenn nicht wieder was schief läuft

Faraday Someday: FF91 soll bis Ende 2022 ausgeliefert werden - wenn nicht wieder was schief läuft

Foto: PR

Noch nicht geliefert hat auch Faraday Future. Das US-Elektro-Start-up hat seit dem Börsengang im Juli 2021 über 90 Prozent seines Werts verloren; der Start der Produktion des FF91 musste immer wieder verschoben werden. Nun spitzt sich der interne Zwist zu: Der Hauptinvestor FF Top (Anteil rund 20 Prozent) versucht per Klage , mehrere Aufsichtsratsmitglieder zu entfernen. Das Board hätte "das Unternehmen in den Abgrund getrieben". Ende August hatte Faraday nur noch knapp 50 Millionen Dollar  übrig, konnte aber vermelden, dass der FF91 in einem Handyspiel aufgenommen werde. Unklar sei allerdings noch: wann genau .

Ich wünsche Ihnen eine bewegte Woche!

Herzlichst, Ihr Jonas Rest

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